Was passiert in der Bibliothek nachdem die Türen geschlossen sind? 13 Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren wollten es wissen: Bibliotheksleiterin Karin Wengerter und ihre Mitarbeiterin Eva Kübert hatten im Rahmen des Ferienprogramms "Geschichten-Zeit" zu "Abends in der Bibliothek" eingeladen. Kuscheldecken und Schlafsäcke waren schnell ausgerollt und die Kuscheltiere zur Unterstützung in Stellung gebracht.
Eva Kübert las die Geschichte "Billy Backe aus Walle Wacke und der Schrönk" von Markus Orths vor, der die Kinder trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit wachsam folgten. "Ich fand die Geschichte sehr lustig", sagte Kira im Anschluss. Philipp erzählte: "Meine Lieblingsstelle war, als Billy und Polly endlich herausfanden, was ein Schrönk ist!" Danach hatten die kleinen Abendkunden Zeit zum Stöbern. Während manche im Spielezimmer spielten, lasen andere Bilderbücher oder Comics oder kletterten auf den Hochsitz. Zum Schluss konnten alle bei einer Mitmachgeschichte mitspielen: Nachtwächter Lorenz sorgte bei seinem Rundgang in der Bibliothek für Ordnung: die Kinder stellten Bücher dar, die in der Nacht ein Eigenleben entwickelten: "Ihr feiert hier 'ne Party!? Ich glaub' ich spinne! Macht, dass ihr ins Regal kommt!" Nach diesem Spiel tobten alle Kinder ausgelassen. Die Befürchtung mancher Eltern zu Beginn des Abends, ihre Kinder könnten einschlafen war unbegründet. "Ich wäre gern noch länger geblieben", sagte Moritz, als um 21 Uhr die Eltern kamen, um die Kinder zu holen.


Olchi-Frühstück

Bei der zweiten Aktion hatte das Team der Stadtbibliothek zu einem Frühstück eingeladen, das ganz im Zeichen von grünen Wesen aus Schmuddelfing stand - den Olchis! Die wohnen auf Müllhalden und essen am liebsten Vergammeltes. Morgens um halb neun trafen sich die Kinder zum Olchi-Frühstück in der Bibliothek. Natürlich gab es eine lustige Geschichte. Obwohl die meisten Kinder die Olchis kannten, erfuhren sie doch noch Neues: "Ich wusste gar nicht, dass die Olchis so stark sind!", staunte Kira. "Und dass die Fliegen tot umfallen, weil es so stinkt, wenn ein Olchi gähnt", sagte Emma und lacht.
Anschließend stellten die beiden Bibliotheksmitarbeiter die Speisen auf dem Büffet vor: es gab Schimmelmuffins, Stinkerbrühe, steinharte Knochenmehlbrötchen, ranziges Fett, Glühbirnenkompott und Stinkersockenkäse - natürlich nur auf dem Papier. "Das sind doch keine echten Rattenschwänze", rief Fabian und deutete auf die Würstchen. Danach stürzten sich die Kinder aufs Buffet und es wurde nach Olchiart gespeist, Olchi-Schimpfwörter erfunden und die Geschichte vom Stinkersocken-Festessen vorgelesen.
Am Dienstag, 21. August, liest Karin Wengerter um 16 Uhr die Geschichte "Bauer Beck fährt weg" vor. Um Anmeldung wird gebeten. red