Manching/Erlangen-Höchstadt — 78 Katastrophenschutzfahrzeuge, von Bund und Freistaat finanziert, haben Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CSU) und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an Feuerwehren und freiwillige Hilfsorganisationen übergeben. Dazu waren auch Dieter Kolb, Horst Heller und Tim Heller vom ABC-Zug des Landkreises Erlangen-Höchstadt mit ihrem neuen Fahrzeug angereist. Bereits im Juni konnte der Ersatz für das in die Jahre gekommene Fahrzeug beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz in Bonn-Dransdorf abgeholt werden. "Die aufgereihten 78 Einsatzfahrzeuge waren schon ein beeindruckendes Bild", berichtete Zugführer Horst Heller hinterher.
"Ich freue mich, dass wir den freiwilligen Hilfsorganisationen heuer erneut eine so große Anzahl an Einsatzfahrzeugen übergeben können. Unsere hoch motivierten Einsatzkräfte sorgen tagtäglich dafür, dass wir in Bayern besonders sicher leben können. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank und Anerkennung", erklärte Herrmann bei der offiziellen Übergabe in Manching. Damit die Einsatzkräfte bestmöglich ausgestattet sind, hat Bayern seit dem Doppelhaushalt 2009/2010 ein eigenes Investitions- und Beschaffungsprogramm in Höhe von 40 Millionen Euro aufgelegt. Daraus hat der Freistaat allein in diesem Jahr 16 Mannschaftstransportwagen und drei sogenannte "Abrollbehälter Dekontamination" beschafft.
Der Bund hat für den Katastrophenschutz 15 Gerätewagen Sanität, 21 Gerätewagen Dekontamination, sieben Schlauchwagen und 16 Löschgruppenfahrzeuge finanziert. Die Ausrüstung wird auf ganz Bayern verteilt, damit Material und Einsatzkräfte im Ernstfall schnell zum jeweiligen Einsatzort transportiert werden können. Über 470 000 Einsatzkräfte engagieren sich in Bayern bei Feuerwehr, Rettungsdiensten und anderen Hilfsorganisationen. Davon sind rund 450 000 ehrenamtlich tätig. Kein anderes Bundesland kann laut Herrmann eine ähnlich hohe Ehrenamtsquote vorweisen.
Der bayerische Innenminister betonte die Wichtigkeit einer zeitgemäßen Ausstattung der Katastrophenschutzeinheiten
für eine effektive Gefahrenabwehr. Die neuen Fahrzeuge werden bei den Einheiten des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Johanniter Unfall-Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes sowie den freiwilligen Feuerwehren eingesetzt.
Herrmann bedankte sich, dass auch der Bund im Rahmen seiner Zuständigkeit Fahrzeuge finanziert hat. Gleichzeitig appellierte er an den Bund, sich nicht aus der gemeinsamen Verantwortung für den Bevölkerungsschutz zu verabschieden. "In den vergangenen beiden Jahren hat der Bund den Ländern nur 48 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das ist meines Erachtens unzureichend", kritisierte Herrmann. sae