Andreas Lösch

Bert Reichel ist einfach schon zu lange dabei, als dass ihn der Gedanke aus der Ruhe bringen könnte. Im Gegenteil, der 68-Jährige schmunzelt sogar, als er sein "Worst-Case-Szenario" beschreibt: "Angenommen, Deutschland fliegt früh raus und es regnet die ganze Zeit, dann haben wir die Arschkarte gezogen."
Dann nämlich wäre die Public-Viewing-Veranstaltung des FC Haßfurt im Stadion an der Flutbrücke wohl ein Misserfolg und das ohne eigenes Zutun. Denn die Verträge zum Beispiel für die große LED-Leinwand laufen bis zum Ende des Turniers am 15. Juli, "da gibt es kein Zurück", sagt FC-Vorstandsmitglied Reichel, der mit seinem Helferteam alles organisiert hat. Der Verein ist also auf Schützenhilfe angewiesen: Einerseits sollte die deutsche Mannschaft weit kommen, andererseits muss das Wetter mitspielen, denn auch andauernder Regen hält Zuschauer fern.


Deutschland: "Finale ist drin"

Reichel wirkt dennoch entspannt ("Ein Risiko hat man immer", wenn man danach ginge, bräuchte man "gar nix mehr machen"), denn er schätzt die Situation anders ein: "Jetzt traue ich unserer Mannschaft doch einiges zu", sagt er. Das Finale sei drin, die Mannschaft stark genug, auch wenn freilich gute Gegner wie "Spanien, Brasilien oder Frankreich" ernstzunehmende Konkurrenten sind, sagt Reichel. Und beim Wetter lautet die Devise "hoffen und flexibel bleiben", wie er erklärt: "Auf unserer Tribüne bringe ich locker 1000 Leute unter", sagt der 68-Jährige. Von der überdachten Zuschauertribüne des FC Stadions aus ließe sich die 40 Quadratmeter große LED-Leinwand (acht Meter breit, fünf Meter hoch) immer noch sehr gut einsehen.
Jetzt freut er sich zunächst auf den WM-Auftakt, denn das Eröffnungsspiel am heutigen Donnerstag (Russland gegen Saudi-Arabien, Anstoß 17 Uhr) wird übertragen. Einlass ist ab 15.30 Uhr, davor gibt es ein Gewinnspiel, nach dem Eröffnungsspiel wird der Film "Das Wunder von Bern" auf der Leinwand gezeigt, "alles ohne Eintritt", wie Bert Reichel betont.