Was geschieht, wenn eigentlich etwas zugeknöpfte Menschen um die 80 aus ihren Bänken heraustreten, swingen, klatschen und singen? In der Weismainer Pfarrkirche St. Martin war das zu beobachten. Ganz klar: "The Young ClassX" sind wieder da. Sie hatten schon am Vortag beim Baur-Neujahresempfang in Kloster Banz "die Bude gerockt", wie Patrick Boos, Vorsitzender der Geschäftsführung, den fast 500 Besuchern des Konzertes erklärte. Dann folgten 90 Minuten außergewöhnlicher Chormusik.

Bereits zum dritten Mal gastierte der Chor in Weismain. Organisiert hatte wieder die Baur-Gruppe dieses Benefizkonzert. Noch intensiver als im letzten Jahr schafften es die 25 jungen Künstler des Solistenchores, die Besucher zu begeistern.

Vor knapp zehn Jahren war der Startschuss für besonders begabte und engagierte Sänger und Sängerinnen aus den "The Young ClassX"-Projektschulen in Hamburg und Umgebung. Alle 14 Tage treffen sich die 25 Mitglieder des damals gegründeten Ensembles zu gemeinsamen Proben. Zusätzlich bekommen die Sänger und Sängerinnen im Wechsel professionellen Gesangsunterricht, um sich stimmlich weiterzuentwickeln. Konzerte gibt der Chor regelmäßig in ganz Deutschland, und 2018 ging es sogar nach Shanghai.

Ansteckende Begeisterung

Schnell hatte der Chor nach seinem ersten Beitrag das Publikum erreicht - die ersten klatschten mit. Sofort wurde klar, dass auch die kleine Band mit einem tollen Gitarristen, einem sicheren, coolen Bassisten, einem Schlagzeuger, dessen Ausrüstung aus einem Standbecken und einem Cajon bestand, aus professionellen Musikern besteht. Höhepunkt aber war der Leiter des ganzen Ensembles, Michael Zlanabitnig, der wie entfesselt das Elektropiano spielte. Die beiden Sängerinnen Leonie und Anna sprachen von einer Wohnzimmeratmosphäre. Ein Medley der Popgruppe Queen zählte zu den Highlights im Programm. Die Freude am Gesang des Chors schwappte deutlich spürbar auf das Publikum über. Die Vielfalt ihrer musikalischen Möglichkeiten zeigten die jungen Leute auch bei den weiteren Arrangements mit Werken von John Lennon, Herbert Grönemeyer, Abba und Elvis; auch bekannte Musical- und Disco-Hits erklangen. "Standing Ovations" gab es schon weit vor Ende des Konzertes.

Besondere Zugabe

Nach 90 Minuten ohne jede Pause bestach der Chor dann nochmals mit einer Zugabe auf eine andere Art. Aus dem geistlichen Choral "Näher mein Gott zu dir" wurde in einem berührenden A-Cappella-Chorsatz "Here on my God to be" in einer fantastischen Klangqualität dargeboten. Baur-Chef Patrick Boos hatte nicht zu viel versprochen, und er kündigte ein Wiedersehen an.