Auf fair und ökologisch produzierte Produkte in der Beschaffung setzen - das haben sich 68 Kommunen in der Region für die Zukunft vorgenommen, davon zehn vorbehaltlich ausstehender Beschlüsse im Stadt- bzw. Gemeinderat. Zum 31. Mai endete die Beitrittsfrist zum Pakt zur nachhaltigen Beschaffung.

"Vor drei Monaten habe ich darauf gesetzt, dass wir die 60er-Teilnehmermarke knacken. Das ist gelungen. Trotz oder vielleicht sogar wegen der aktuellen Krisenlage wurde der Pakt in den Landkreisen, Städten und Gemeinden diskutiert und befürwortet", sagt Thomas Thumann, politischer Sprecher des Forums Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung und Oberbürgermeister von Neumarkt.

Mit dem Pakt möchte die Metropolregion Nürnberg ein Zeichen setzen und den Einkauf nach ökologischen und sozialen Kriterien in den Kommunen stärker verankern. So soll langfristig ein Umdenken in der Beschaffungspraxis erreicht werden. "Deutschlandweit ist der Vorstoß der Metropolregion im Hinblick auf nachhaltige Beschaffung in den Kommunen vorbildlich. Ich freue mich, dass sich seit dem Fair-Trade-Gipfel im Oktober 2019 so viele Kommunen dem Pakt angeschlossen haben und hoffe, dass weitere Regionen diesem guten Beispiel folgen werden", erklärte Gunther Beger, Abteilungsleiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Individuell passgenau

Der Pakt ist so gestaltet, dass je nach Größe und Voraussetzungen der Kommune individuelle, realisierbare Maßnahmen abgeleitet werden können. Mit rund 530 000 Einwohnern ist Nürnberg die größte teilnehmende Kommune, die Gemeinde Ahorntal mit 2162 Einwohnern die kleinste. Ganz neu dabei ist die Stadt Uffenheim (über 6000 Einwohner): "Die Teilnahme am Pakt für nachhaltige Beschaffung ist für uns ein logischer Schritt, nachdem wir seit 2018 Fairtrade-Stadt sind. Es spielt dabei keine Rolle, wie groß eine Verwaltung ist.

Jeder Euro, der in nachhaltige Beschaffung investiert wird, ist eine Investition in eine gerechtere und ökologisch verträglichere Welt", betont Wolfgang Lampe, Bürgermeister der Stadt Uffenheim.

Dem Pakt beigetreten ist auch die Stadt Coburg: "Ein Beschaffungswesen, das auf faire Herstellungs- und Wettbewerbsbedingungen, Nachhaltigkeit und CO2 -Minimierung setzt, ist ein wichtiger Baustein für die Klimaschutzstrategie der Stadt Coburg. Daher schließt sich Coburg gern dem Netzwerk auf metropolitaner Ebene an, um gemeinsam die besten Ideen und Lösungswege zu erarbeiten", so Dominik Sauerteig, Oberbürgermeister der Stadt Coburg.

Im Pakt ist festgelegt, dass in der Metropolregion Nürnberg insgesamt nachhaltige Produkte im kumulierten Wert von acht Millionen Euro gemeinsam beschafft werden. Das sind vor allem Produkte aus den Bereichen Textilien, Lebensmittel, Büromaterialien und Sportbälle.

Im Landkreis Fürth wurden zum Beispiel 35 Fleece- und Softshell-Jacken beschafft, in Neumarkt 500 Mund-Nasen-Masken. Beide Beschaffungen sind mit dem Global Organic Textile Standard ausgezeichnet. Der Standard steht für Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern und setzt hohe umweltrelevante Ansprüche an chemische Zusätze in der Produktion. Seit April 2020 kann die Zielerreichung online nachverfolgt werden. Auf der Webseite der Fairen Metropolregion Nürnberg werden die einzelnen Beiträge der Kommunen veröffentlicht. Knapp 30 000 Euro sind bislang zusammengekommen. Aufgrund der Corona-Krise ist damit zu rechnen, dass ein Großteil der Beiträge in der zweiten Jahreshälfte gemeldet wird. red