"Ein 50. Jubiläum ist etwas Besonderes",betont die Vorsitzende des Frauenrings Bad Kissingen. Deshalb hatten sich die Vorstandsmitglieder entschlossen, die Mitgliedsfrauen trotz der steigenden Corona-Zahlen zu einem festlichen Abend in das Kurgartencafé einzuladen - unter Einhaltung der Hygiene-Vorschriften und der 3G-Regeln. Das große Interesse an der Jubiläumsfeier gab den Veranstalterinnen Recht.

Die Vorsitzende Karin Reinshagen erinnerte an das Gründungsjahr des Ortsrings Bad Kissingen des Deutschen Frauenrings. - "Auch die Frauen begehrten auf", betonte sie und gab einen Einblick in die Frauenbewegung dieser Jahre. "In dieser Zeit habe ich geheiratet und wusste damals nicht, dass ich als Ehefrau eigentlich nur berufstätig sein konnte, wenn mein Mann dies erlaubte", erinnerte sich die Vorsitzende in ihrem Rückblick auf 50 Jahre Ortsring zurück. "Gleichberechtigung war für mich damals kein Thema ...".

Die Zeiten seien also von Aufbruch bestimmt gewesen - "aber in Bad Kissingen war die Welt noch beschaulich", so Reinshagen; "Die Kur lief gut, Dr. Hans Weiß war Oberbürgermeister, und im Stadtrat waren immerhin schon zwei Frauen vertreten gewesen". Trotz dieser vermeintlich beschaulichen Umgebung hätten sich sieben Frauen entschlossen, am siebten Januar 1971 den Ortsring Bad Kissingen des deutschlandweiten Frauenrings zu gründen - eines Vereins, der überparteilich und überkonfessionell agiert und auch noch heute darauf großen Wert legt.

Vielseitig engagierte Frauen

"Viele unserer Mitgliedsfrauen sind in ganz unterschiedlichen politischen Gruppierungen engagiert", betonte Reinshagen. "Sie arbeiten in kirchlichen und sozialen Projekten mit, und so ist immer ein vielseitiges, lebendiges Miteinander geglückt".

Elfriede Gerlach war die erste Vorsitzende bis 1976 - ihr folgte bis 1980 Isolde Wagener. Sie wurde später zur Ehrenvorsitzenden ernannt.Bis 1986 leitete Anni Glatt den Ortsring mit und arbeitete im Vorstand des Landesverbandes. Ihrem Engagement sei es zu verdanken, dass der Ortsring ein eingetragener Verein ist. Im vergangenen Jahr wurde Anni Glatt zur Ehrenvorsitzenden ernannt.

Ab 1986 folgte ihr Katja Röllinger als Vorsitzende, die zum Ende ihrer Amtszeit die 38-jährige Barbara Thiele als Nachfolgerin "ausguckte" - ein Generationenwechsel im Ortsring bahnte sich an.

Ab 1998 führte Hiltrud Ludwig die Arbeit von Barbara Thiele konsequent weiter. "Nach drei Jahren mit Linda Paquet als Vorsitzende des Ortsrings folgte ich nach", so Karin Reinshagen. Ihre spannendste Erinnerung aus dieser Zeit sei die Gesprächsrunde mit dem Holocaust-Überlebenden Prof. Dr. Arno Lustiger.

Für sechs Jahre leitete auch Birgit Fischer die Geschicke des Ortsrings.

Beeindruckende Höhepunkte habe es in all den Jahrzehnten gegeben, so die Vorsitzende. Besonders beeindruckend war für sie im Jahr 2002 die Rede der Friedenspreisträgerin Sumaya Farhat Naser im voll besetzten Stadtsaal.

Im Rahmen der Feier wurden Mitgliederinnen geehrt. Für 20 Jahre Treue wurden Adelheid Markard, Brigitte und Christl Koska und Ursula Rüger mit einer Urkunde und einem Blumenstrauß ausgezeichnet. Christel Koska arbeitete sieben Jahre als Schriftführerin im Vorstand mit und hielt Vorträge über Frauenpersönlichkeiten.

40 Jahre dabei

Gudrun Dennhardt war extra zum Jubiläum aus Bad Wörishofen nach Bad Kissingen gereist. Seit 33 Jahren ist sie dem Ortsring treu geblieben, obwohl sie wegen der räumlichen Entfernung zu keiner Veranstaltung kommen konnte - die Vorstandsfrauen bedankten sich für diese Treue mit einer Blume.

Wenn ein Verein sein 50. Jubiläum feiert, bedeute eine 40-jährige Mitgliedschaft sehr viel. Dr. Dorothea Hildenbrand-Zierhut wurde diese Ehre zuteil. Karin Reinshagen würdigte deren Verdienste als Kommunalpolitikerin, Ärztin und Frau in Ehrenämtern. red