Mutter werden? Ja - Zuvor heiraten? Nicht unbedingt. In den vergangenen knapp 15 Jahren erhöhte sich der Anteil der unehelich geborenen Kinder bayernweit von 19 auf rund 28 Prozent. Somit sind die Eltern von mehr als jedem vierten Neugeborenen nicht verheiratet. Für den Landkreis Kulmbach verrät die Geburtenstatistik gegenüber dem Vorjahr eine gesunkene Geburtenzahl und eine niedrigere Nichtehelichen-Quote.
Von allen 460 Neugeborenen waren die Mütter von 130 Kindern ledig. Damit erreichte der Anteil der nichtehelich Geborenen 28,3 Prozent (Vorjahr: 30,6 Prozent). Zur Jahrtausendwende lag die Quote hier noch bei 19,0 Prozent.
Von Januar bis Ende Dezember 2015 meldeten die Standesbeamten 460 Neugeborene im Kreis Kulmbach: 220 Buben und 240 Mädchen. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 44 Babys weniger (minus 8,7 Prozent). Bezogen auf ganz Bayern kletterte die Geburtenzahl zum fünften Mal in Folge und lag mit rund 118 200 Neugeborenen erstmals wieder über dem langjährigen Spitzenwert aus dem Jahr 2001 - damals wurden knapp 116 000 Kinder geboren.
Im Landkreis Kulmbach sah die Entwicklung folgendermaßen aus: In jenem letzten Babyboomjahr 2001 kamen hier 680 Kinder zur Welt. Zehn Jahre später freuten sich die Eltern von 470 Kindern über ihren Nachwuchs. Im Jahr 2012 registrierten die Standesbeamten 480 Geburten, im Folgejahr 430 und im Jahr 2014 dann 504. Vergangenes Jahr sank die Zahl nun auf 460 Babys.
Für die Eltern von 330 Neugeborenen galt dabei: Erst heiraten, dann Kinder kriegen. Die anderen entschieden sich zwar für ein gemeinsames Kind, aber (fürs erste) gegen die Ehe. zds