Die Resonanz war überwältigend. Zehn Jugendliche und 99 Erwachsene beteiligten sich am Fotowettbewerb "Bäume im Landkreis Lichtenfels", den die Umweltstation ausgeschrieben hatte. Das bedeutete drei Stunden volle Konzentrationen für die Juroren, die aus 391 Bilder im Erwachsenenbereich die 20 Preisträger und aus 41 Bildern im Jugendbereich die drei Jugendsieger ermitteln musste.
Das breite Spektrum fotografisch hochwertiger Aufnahmen sorgte für reichlich Diskussionsstoff, zumal etliche der charakteristischen Bäume gleich mehrfach und zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten abgelichtet worden waren. Der absolute "Lieblingsbaum" war dabei der "Hüter der Feldes", die jahrhundertealte Eiche bei Nedensdorf (siehe auch Seite 17), die aus allen Himmelsrichtungen fotografiert worden war. Nicht weniger beliebt waren die Eiche bei Zeublitz oder die bekannten Alleen bei Kloster Banz, nach Vierzehnheiligen und am Nassanger. Auch das Kopflinden-Duo bei Isling tauchte immer wieder auf der Leinwand auf. Unverkennbar war, dass sich unter den Bildautoren zahlreiche versierte Fotografen befanden, die auf die Bild- und Farbgestaltung und das besondere Licht großen Wert gelegt hatten.
Das freute insbesondere die Juroren aus den heimischen Fotoclubs Siegfried Mischke (Lichtenfels), Mario Kern (Bad Staffelstein) und Klaus Gagel (Michelau). Großen Wert auf den biologisch-ökologischen Inhalt der Bilder legten der Naturschutzbeauftragte des Landratsamtes, Bernd Flieger, und Norbert Wimmer vom Forstamt Lichtenfels. In ihrem Urteil achtete die Jury darauf, sowohl der fotografischen Qualität als auch der biologischen Bedeutung gerecht zu werden. Auch alte Baumstümpfe oder lichtdurchflutete Baumkronen schafften den Sprung ins Finale.


Unbeliebt: Nachbearbeitung

Weniger gern gesehen waren reine Landschaftsaufnahmen oder Bilder, denen eine übertriebene Nachbearbeitung deutlich anzusehen war. Etwas enttäuscht äußerte sich der Naturschutzbeauftragte darüber, dass die Top Ten der Baummonumente im Landkreis Lichtenfels nicht alle unter den eingereichten Fotos zu finden waren. Doch das liegt wohl, wie er selbst einräumte, an den Standorten dieser Bäume, die deshalb als ansprechende Fotomotive scheinbar weniger geeignet erscheinen. Ausführliche Diskussionen gab es um die Plätze eins bis drei, war doch der erste Platz mit 250, der zweite mit 200 und der dritte mit 150 Euro dotiert. Am Ende setzte sich in der Stichwahl Gregor Schmidt aus Bamberg mit dem Bild "Eiche bei Zeublitz" durch: Ein perfekt gestaltetes typisches Kalenderbild, das die imposante Baumgestalt inmitten der weiten fränkischen Landschaft umrahmt von einer Blumenwiese unter einen weiß-blauen Himmel zeigt. Ein überaus romantisches Bild bescherte Udo Krauß den zweiten Platz. Eingehüllt in einen rosa-blauen, kalten Morgennebel über den Mainwiesen bei Schwürbitz präsentierte sich die dunkle Baumsilhouette im goldenen Schnitt. Wie ein filigraner Scherenschnitt mutet dagegen die Baumgestalt an, die Mirko Gahn auf dem schneeweißen Staffelberg fotografiert hatte. Reduziert auf reines Schwarz-Weiß erinnert das Bild entfernt an eine japanische Tuschezeichnung.
Doch auch die besten Jugendlichen brauchten sich nicht zu verstecken. In voller Blütenpracht präsentierte sich der Apfelbaum, den Lena Faber bei Döringstadt fotografiert hatte. Dabei bewies die Jugendliche ein erstaunlich gutes Gefühl für den Bildaufbau. Die Flächenaufteilung im Bild zwischen grüner Wiese, gelbem Rapsfeld, blau-weißem Himmel und dem bild-beherrschenden Baum war perfekt und somit der erste Platz vollauf verdient.


Überdimensionale Hand

Wie die Finger einer überdimensionalen Hand greifen die Äste des rotbelaubten Ahorns in den sattblauen Himmel, mit dem Jule Ziegelhöfer den zweiten Platz bei der Jugend belegte, und überaus stimmungsvoll mutet der Blick in einen Mischwald an, mit dem Milan Schröder den dritten Platz behaupten konnte.
Die einzelnen Siegerbilder sind ab sofort auch auf im Internet auf den Seiten des Landkreises (www.landkreis-lichtenfels.de) zu sehen. Die Siegerehrung verbunden mit einer Ausstellung ist für April vorgesehen.