von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Stublang — "Lecker, das schmeckt aber gut." Mit einer Hand hält Toni sein Glas in der Hand, mit der anderen streicht er sich zufrieden über den Bauch. "Der Kakao schmeckt viel besser als der aus dem Supermarkt", lautet das Urteil des Schülers. Auch Jule teilt seine Meinung. Dass den beiden Grundschülern ihr Glas Kakao so gut schmeckt, hat einen einfachen Grund. Bäuerin Edeltraud Zenk hat dafür die Milch ihrer eigenen Kühe genommen, sie abgekocht und daraus den bei Kindern so beliebten Kakao gemacht.
Seit über zehn Jahren erklären Bayerns Bäuerinnen mit dem Projekt "Landfrauen machen Schule" dem Nachwuchs, wo sein Essen herkommt und erläutern den Zusammenhang zwischen landwirtschaftlichem Erzeugnis und gutem genussvollem Essen. Gestern hatten die Mädchen und Jungen der Ivo-Hennemann-Volksschule aus den Schulhäusern Frauendorf und Uetzing die Gelegenheit, auf dem Hof der Familie Zenk in Stublang mehr über die Nahrungsmittelproduktion und die Arbeit auf einen Bauernhof zu erfahren.
Bewirtschaftet wird der Vollerwerbsbetrieb von Johann und Edeltraut Zenk und Sohn Georg. Die Familie hat 2007 einen Aussiedlerhof gebaut und ist im Februar 2008 eingezogen. Im modernen Laufstall stehen 60 Milchkühe. Weitere 70 Jungtiere sichern den Nachwuchs im Kuhstall. Landwirt Johann Zenk erzählt den Schülern einiges über seine Kühe. Beispielsweise, dass sie jedes Jahr ein Kälbchen bekommen und dass die Tragzeit 288 Tage beträgt.

8000 Liter Milch im Schnitt

Zu fressen bekommen die Tiere eine Mischung aus Heu, Stroh, Mais- und Grassilage, Getreideschrott, Mineralstoffe und Treber. "Treber ist das, was vom Bierbrauen übrig bleibt", erklärt der Landwirt. An Futter verzehrt eine Kuh im Schnitt 40 Kilogramm am Tag. Der tägliche Wasserbedarf liegt zwischen 100 und 150 Liter. Im Stalldurchschnitt gibt jede Kuh jährlich 8000 Liter Milch, außer einer. Paula bringt es nämlich auf stolze 11 000 Liter.
Sehr zu ihrer Freude dürfen die Schüler die Kühe auch füttern und manche lässt sich dabei auch bereitwillig streicheln. Die Kühe scheinen sich in dem modernen Stall sichtlich wohlzufühlen. Neben einem eigenen Bereich, in dem sie sich ausruhen können (wichtig für die Milchbildung), haben sie auch den Luxus einer Kuh-Waschanlage. Mit ihren rotierenden Bürsten erinnert sie etwas an eine Auto-Waschanlage. Die Kuh-Waschanlage wird laut Landwirt Johann Zenk gerne genutzt: "Da sind sie ganz begeistert davon."
Auf dem Bauernhof gibt es viel zu sehen. Bei einem Besuch des Melkstands wird den Grundschülern die Melkvorrichtung erklärt. Gemolken werden die Kühe morgens um 6 Uhr und noch einmal um 17 Uhr. Neben dem Milchvieh bewirtschaftet die Familie Zenk auch noch 100 Hektar Land, erfahren die Schüler.
Auf rund 60 Hektar werden sogenannte Marktfrüchte angebaut. Die Erzeugnisse, die der Landwirt nach der Ernte verkauft. Bei den Zenks sind das Braugerste, Roggen, Weizen und Raps für die Ölmühle. Auf der restlichen Ackerfläche wird das angebaut, was für die Rinderfütterung benötigt wird.