An der Kronacher Gottfried-Neukam-Mittelschule wurden die Schülerinnen und Schüler der 4+1-Klasse verabschiedet. Die meisten von ihnen halten den begehrten "Quali" in der Hand, einen Ausbildungsvertrag, oder beides. Was alle aber vor Augen haben, ist ein konkretes Ziel.

Vorbereitung auf den Beruf

4 + 1, das bedeutete erst Mal ein zusätzliches Schuljahr, in dem sich vier Tage Schule und ein Tag Praktikum abwechselten. Und das im Anschluss an die 9. Klasse. "Dazu muss man einen Antrag auf Schulzeitverlängerung stellen", so Berufsberaterin Tina Langold. Das bedeutete aber auch Bewerbungs- und Vorstellungstraining, Begleitung und Unterstützung, Orientierung und konzentriertes Lernen auf einen Abschluss. Und die Teilnahme an einem Praktikum, um überhaupt erst einmal ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich "Arbeiten anfühlt".

Unterstützt wurden sie nicht nur von Klassenlehrer Tobias Ziegler und Berufsberatern, sondern auch von Sozialarbeiter Matthias Schulz. Der wünschte sich zwar so etwas wie "ein Blockpraktikum, weil da die Bindung zum Ausbildungsbetrieb wesentlich besser wäre, und einen Praktikumsbeauftragten, der den Überblick behält", aber er weiß auch, dass es für dieses Programm gewisse Vorgaben gibt. "Ich strecke meine Hand aus, da, wo es nötig ist. Bewerbungstraining, Vorstellungsgespräche, fahre die Praktikanten auch mal zum Betrieb, besuche sie bei ihrer Tätigkeit, gebe jede Menge Tipps, all diese Dinge."

Am Beispiel von Lisa-Kathrin erfährt das Publikum , wie einfach es laufen kann: "Ich bin mal bei ,Haarverliebt' vorbeigelaufen, hab' ins Schaufenster geguckt und mir gedacht, ,Frag doch einfach mal, ob du da ein Praktikum machen kannst.' Jetzt mache ich genau da meine Ausbildung als Frisörin." Doch Lisa-Kathrin war nicht die Einzige, die einen Ausbildungsvertrag erhalten hat, auch Céline war klar: "Jetzt wird es langsam Zeit, dir was zu suchen. Ich hab' schon immer gewusst, dass ich in die Gastronomie will." Ihr Praktikum führte sie ins "Best Western"-Hotel nach Bad Staffelstein. "Es war relativ schnell klar, dass ich da gut reinpasse und dass dieses Hotel meinen Vorstellungen entspricht. Jetzt hab' ich mir auch schon eine Wohnung gesucht und freue mich total auf meine Zukunft."

Eine andere Schülerin wird medizinische Fachangestellte, und fast alle haben zumindest eine Perspektive: eine Ausbildung an der Fachoberschule, das Berufsbildungswerk, Berufsschule für Sozialpflege, oder sogar das Schuljahr 4 + 1 wiederholen.

"Es ist ein Erfolgsmodell und es wäre schade, wenn man es nicht fortführen würde." Schulleiterin Anita Dauer ist fest überzeugt, dass man mit 4 +1 auf dem richtigen Weg ist. Dazu kamen auch schon Anregungen wie einiges optimiert werden könnte.