Sein Ausflug in die Welt des Rauschgifts dürfte abgeschlossen sein: Über 38 Gramm Haschisch hatte ein 19-jähriger Abiturient aus Kulmbach in seinem Rucksack, als er und seine drei Mitfahrer im August des vergangenen Jahres auf der Bundesstraße 289 bei Burgkunstadt von der Polizei angehalten wurden. Ein Bluttest ergab, dass der junge Mann zuvor auch Drogen konsumiert hatte. Jetzt wurde er von Amtsgerichtsdirektor Christoph Berner zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verdonnert.

Doch damit ist es noch lange nicht getan. Mindestens genauso hart dürften die zwei Monate Hausarrest gewesen sein, die von den Eltern als Strafe verhängt wurden. 500 Euro betrug das Bußgeld für das Fahren unter Drogeneinfluss, das bereits verhängt wurde, und der Führerschein ist zu allem Überfluss auch noch weg. Wenn er ihn wieder zurück möchte, dann muss der junge Mann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) machen.

"Es war idiotisch"

"Ich habe gleich danach sofort wieder mit den Drogen aufgehört", beteuerte der 19-Jährige vor Gericht. Wegen des Lockdowns habe er eine Art Ventil gesucht und eben mal was ausprobiert. "Es war idiotisch, ich stehe auch dafür gerade", beteuerte der Angeklagte, der bislang noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten war.

Einig waren sich die Vertreterin der Staatsanwaltschaft und Verteidiger Till Wagner, dass es sich bei der Drogengeschichte um ein jugendtypisches Vergehen gehandelt habe und der Angeklagte, wenngleich er bereits Heranwachsender war, zu einer Jugendstrafe zu verurteilen sei. Die fällt in der Regel wesentlich milder aus, weil dabei der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht.

Die Anklagevertreterin plädierte auf 100 Stunden gemeinnützige Arbeit, der Verteidiger dagegen auf eine Anzahl von Sozialstunden, die am untersten Rand liegen sollte. Fraglich ist es nach den Worten des Anwalts, ob es da überhaupt noch einer Verurteilung bedürfe, sein Mandant sei mit Hausarrest, Führerscheinentzug und Bußgeld doch eigentlich schon genug gestraft.

"Eine Verurteilung braucht es schon", so Richter Berner. In seiner Urteilsbegründung sprach er von einer jugendtypischen Verfehlung. "Sie wollten halt mal wissen, wie es ist", sagte er zum Angeklagten, glaubte ihm aber, dass er wieder Abstand davon genommen hat und die Tat ernsthaft bedauert.

"Keine Meisterleistung"

Die vorgefundene Menge gehe über einen bloßen Probekonsum jedoch weit hinaus und deute auf mehrfachen und höheren Konsum hin. Gleichwohl sei der Angeklagte bislang nicht vorbestraft gewesen, habe ein Geständnis abgelegt und auch das Rauschgift konnte sichergestellt und eingezogen werden.

"Eine Meisterleistung war es nicht", so Berner. Darin waren sich letztlich alle einig.