Doris Wienke lässt den Blick durch den Raum schweifen und wirkt zufrieden. Ein Berg von Herzkissen ist rund um den Klavierflügel aufgetürmt und an den Tischen wird fleißig gewerkelt.
Seit sieben Jahren lädt die Gruppe Quilting Bee Herzogenaurach zu einer Herzkissen-Aktion ein, um Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, mit diesen speziellen Kissen zu versorgen. "Bei der heutigen Aktion haben wie 349 Herzkissen hergestellt", berichtet Sprecherin Wienke stolz. Sie bedankte sich bei allen Frauen, die am Samstag dabei waren. "Das ist echtes Teamwork", sagt sie lächelnd. Hier werden Kissen genäht, dort mit Mikrofaserbällchen gefüllt und an der dritten Station zugenäht "Jeder macht, was er am besten kann."
Ob Jung, Alt, Gruppenmitglieder, Neuankömmlinge oder auch ehemalige Patientinnen, die selbst einst von den Herzkissen profitierten: Hier hilft jeder mit. Dadurch entstehen neue Bekanntschaften und alle sind von der Aktion überzeugt.
Quilting Bee verschenkt die Herzkissen an Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und in der Erlanger Frauenklinik operiert wurden. Die Herzkissen lindern den Wundschmerz und sind ein schützendes Polster gegen Druck und Stöße von außen. "Außerdem sind sie auch ein Zeichen der Anteilnahme, sollen Trost spenden und Mut machen", sagt Doris Wienke.
Die Kissen in Herzform werden in ehrenamtlicher Arbeit nach einem speziellen Schnitt aus Baumwollstoff genäht und mit synthetischen Mikrofaserbällchen gefüllt, damit sie hautfreundlich und gut waschbar sind. Die bunten Stoffe werden meist gespendet beziehungsweise von Helferinnen aus ihren eigenen Stoffbeständen mitgebracht. Das hochwertige Füllmaterial muss allerdings gekauft werden, deswegen freut sich die Gruppe auch über Spenden.
Wie Doris Wienke erklärt, ist der Bedarf an Herzkissen groß und nimmt sogar stetig zu, denn das zertifizierte Brustkrebszentrum der Erlanger Frauenklinik zieht Patientinnen aus ganz Bayern und darüber hinaus an. Deswegen freut sich die Gruppe Quilting Bee immer über fleißige Hände. Natürlich sind auch näh-unkundige willkommen, denn für das Befüllen der Bezüge sind keine speziellen Kenntnisse nötig. Am Samstagnachmittag waren des gleich so viele, dass das Füllmaterial zur Neige ging. Richard Sänger