Altenkunstadt — 54 Prozent aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben. Über 75 Prozent aller Fluginsekten sind verschwunden. Eine besorgniserregende Entwicklung, die gestoppt werden muss. Denn nicht zuletzt geht es dabei auch um das Überleben des Menschen. "Aber was können wir dagegen tun?", fragten sich die Mädchen und Jungs der Altenkunstadter Grundschule. Was bei ihren Überlegungen herausgekommen ist, zeigt ein Blick in den Schulgarten. Denn hier widmen sich Schüler und Lehrer neuerdings der Bienenzucht.

Seitens der Raiffeisenbank Obermain Nord war man von dieser Idee derart begeistert, dass das Kreditinstitut sich spontan bereiterklärte, für das Bienenprojekt die Patenschaft zu übernehmen. Das große Gartengelände mit grüner Wiese und vielen Apfelbäumen direkt neben dem Schulgebäude erwies sich für die Ansiedlung eines Bienenvolks als ideal. Im Beisein der kleinen Bienenzüchter überreichte Thomas Siebenaller vom Vorstand der Raiffeisenbank der Schulleitung jetzt eine Spende von 2500 Euro.

Mit dem Geld werden unter anderem die Schutzanzüge für Schüler und Lehrer finanziert. "Denn für die Bienenzucht braucht man nicht nur Insekten, sondern auch eine umfangreiche Ausrüstung", betonten Rektor Stefan Kern und seine Stellvertreterin Katharina Pfadenhauer.

Auch Experten notwendig

Die beiden Schulleiter dankten der Raiffeisenbank für die Unterstützung und die großzügige Zuwendung. Aber mit einem Bienenstock und Schutzanzügen allein ist es nicht getan. Es bedarf auch Experten, die informieren und den Kindern zeigen, wie ein Bienenzüchter arbeitet. Eine wichtige Aufgabe, für die sich die Imker Jan und Madeleine Reichert aus Burgkunstadt zur Verfügung gestellt haben. Sie werden nicht nur das Bienenvolk im Schulgarten während des Jahres betreuen, sondern auch den Schülern im Unterricht umfangreiches Wissen rund um die Bienen vermitteln. Vorerst betätigen sich nur die Viertklässler als Imker.

Neue Arbeitsgemeinschaft

"Im neuen Schuljahr werden wir aber wahrscheinlich eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben rufen, an der dann Kinder aller Klassen teilnehmen können", erklärt Konrektorin Katharina Pfadenhauer. Ganz ungefährlich ist die Bienenzucht aber nicht.

"Es können deshalb nur Mädchen und Jungs mitmachen, die auf Bienenstiche nicht allergisch reagieren", schränkt die stellvertretende Schulleiterin ein. Bürgermeister Robert Hümmer ist von den Aktivitäten der Grundschüler begeistert. "Ein lobenswertes Projekt, von dem die Insektenwelt, die Natur und damit auch der Mensch profitieren", stellt er anerkennend fest. "Und wir als regional verwurzelte Genossenschaftsbank möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass die Schülerinnen und Schüler unserer Grundschule auch etwas über die normale Schulbildung hinaus mitbekommen", sagt Vorstand Thomas Siebenaller. Stolz präsentieren die kleinen Imker in ihren Schutzanzügen den Gästen ihren Bienenstock. Bei dem einen soll es aber nicht bleiben. "Wenn alles klappt, werden noch weitere Bienenvölker hinzukommen", verkünden Linda, Dominik und Evelyn.