"Kunstgeschichte - Herrschaften! Bitte verdunkeln!" - diese Worte hat Klaus Dieter Bätz immer noch im Ohr. Sie stammen von Hugo Hußla (1912 - 1994), dem Kunsterzieher, der allen, die jemals seinen Kunst(geschichts)unterricht am Coburger Gymnasium Ernestinum erleben konnten, lebhaft in Erinnerung geblieben sein dürfte. Diese Worte führten gewissermaßen in direkter Linie ins Heute und zu den 180-Grad-Fotografien der Ausstellung im Raum "Rückert 3" am Puppenmuseum. Denn damals, mit Aufnahmen aus der Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Königshofen im Grabfeld, wurde das Interesse an Gotik und Romanik in Klaus Dieter Bätz geweckt. Bei seinen Arbeiten setzte sich Klaus Dieter Bätz zum Ziel, den wunderbaren romanischen und gotischen Kirchenbauten fotografisch so nahe zu kommen, dass sich ihre Wirkung in den Abbildungen wiederfinde. Verschiedene Versuche mit unterschiedlichen Foto-Aufnahmetechniken führten schließlich zu den 180-Grad-"Vertiramen". Gleichsam "aufgeklappt" , entfalten sich die Innenräume auf den Bildern.

Die Holzskulpturen von Helmut Maurer unterstreichen den sakralen Charakter dieser Ausstellung. Die Darstellungen zum Thema Familie mit den Titeln "Mutter mit Kind", "aktive Familie" und "Geborgenheit" aus Lindenholz strahlen Wärme aus. "Die Vergänglichkeit" und "das ewige Leben" verstärken den Bezug zu den sie umgebenden Gotteshäusern. Helmut Maurer, von Beruf Maschinenbauingenieur, beschäftigte sich schon früh mit Bleistiftzeichnungen sowie mit einfacheren Skulpturen aus Stein. Durch die Coburger Sommerakademie kam er mit dem Holzbildhauer Wolfgang Schott in Kontakt, bei dem er mehrere Kurse belegte. Helmut Maurer erhielt viermal den Kulturförderpreis der VR-Bank Coburg. red