Eigentlich wären die Viertklässler und die Lehrkräfte der Cunz-Reyther-Grundschule in Niederndorf am Dienstag alle zusammen mit ihren Familien in der Turnhalle gewesen, um ihren Abschied zu feiern, doch aufgrund der Pandemie saßen sie ohne Eltern und mit 1,50 Metern Abstand im Pausenhof der Schule. Zumindest mit dem Wetter hatte der Jahrgang in diesen ungewöhnlichen Zeiten Glück.

Nicht nur die ältesten Schüler wurden entlassen, auch vier langjährige Mitglieder der Schulfamilie hatten ihren letzten Tag in Niederndorf. Karin Weißen, die 25 Jahre lang in der Mittagsbetreuung arbeitete, geht in ihren Ruhestand. Auch die Religionspädagogin Christa Schmitt, die selbst als Kind die Cunz- Reyther-Grundschule besuchte, verlässt diese nach 35 Jahren mit einem emotionalen Abschiedsgruß. Sigrun Scherbaum verabschiedete sich nach 36 Jahren Schuldienst, davon 32 in Niederndorf, wo sie zwölf Jahre als Beratungslehrerin tätig war. Auch als Leiterin der Theatergruppe und der Schulzeitung war sie unentbehrlich für die Schulgemeinschaft, war den Worten von Rektorin Heidi Forisch zu entnehmen.

Zu guter Letzt wurde auch von Heinz Fellermeyer, dem Konrektor der Grundschule, Abschied genommen. Er war 35 Jahre als Lehrer, davon 18 Jahre als Konrektor tätig. "Er prägte die Schulgemeinschaft vor allem durch seine Musikalität, seinen sportlichen Ehrgeiz, seine Liebe zur Natur und Technik", so wurde er von der Rektorin beschrieben. Somit gehen insgesamt 131 Jahre Schulgeschichte in den wohlverdienten Ruhestand. In den emotionalen Abschiedsreden wurde klar, dass die Schulgemeinschaft die Kollegen in Zukunft wohl sehr vermissen wird. Silvia Eder folgt Fellermeyer als Konrektorin.

Ein Ersatzprogramm

Nachdem die Ehrengäste entlassen und beschenkt worden waren, waren endlich die schon wartenden Viertklässler an der Reihe. Da die Pandemie dem eigentlichen Programm einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, wurden die Lehrer kreativ und ließen sich einen Ersatz einfallen. So gab es beispielsweise ein Quiz, bei dem die Schüler ihre zu verabschiedenden Lehrer anhand ihrer typischen Sprüche erraten sollten. Außerdem wurde auf das Schuljahr von den "Schulmäusen", den als Mäuse verkleideten Klassleiterinnen der Viertklässler, zurückgeblickt. In der Turnhalle wurde ein kleiner Film für Schüler und Lehrer gezeigt. Nach dem Segen durch Pfarrerin Nina Mützlitz und Christa Schmitt, der eigentlich in der Kirche stattfinden sollte, wurden die Kinder und die Lehrer mit einem Abschiedsgedicht und dem Schullied entlassen.

Trotz der ungewohnten Umstände, der fehlenden Eltern, dem außergewöhnlichen Programm und des einzuhaltenden Abstands war es eine schöne und fröhliche Atmosphäre. Sowohl die Schüler als auch die Lehrer gingen mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der Grundschule Niederndorf.