Norbert Felgenhauer

"Wir wissen, dass wir jetzt 13 Endspiele haben, vielleicht noch mehr, und dementsprechend gehen wir da heran", sagt Bernd Eigner, wenn er auf die restlichen Begegnungen des FC Sand in der Fußball-Bayernliga Nord blickt - und eine mögliche Relegation im Anschluss daran. Als Vorletzter mit 18 Punkten aus 21 bisherigen Begegnungen kämpfen die Sander ab dem 27. Februar, an dem ihr Nachholspiel beim SV Erlenbach angesetzt ist, um den Klassenerhalt. "Wir können es schaffen, wenn wir verletzungsfrei bleiben", sagt der FC-Trainer.
Mit dem Leistungsstand seiner Mannschaft zeigt er sich zufrieden. "Wir sind jetzt seit vier Wochen dabei, und dafür ist das in Ordnung", erklärt Eigner. In den ersten Wochen sei das Kraft- und Konditionstraining vorrangig gewesen, "aber es war schon ganz gut, dass wir jetzt auch unser erstes Testspiel gewonnen haben." 3:1 hieß es am Samstag gegen den Landesligisten FSV Erlangen-Bruck. Da habe seine Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit bereits sehr ordentlich gespielt, "das ist auch unser Maßstab für die Zukunft".
Dennoch sieht Eigner noch in einigen Bereichen Verbesserungsbedarf. "Wir müssen noch besser erkennen, wann wir Drucksituationen für den Gegner aufbauen können, und dann als Mannschaft geschlossen ins Pressing gehen", fordert er. Bei gegnerischen Standardsituationen müsse sich sein Team noch besser wehren, "da kommen die Gegner noch zu oft zum Kopfball", hat er erkannt. Und zudem gelte es, weiter Spielpraxis zu sammeln. Besonders Pascal Stahl, der sich gleich im ersten Training nach der Winterpause verletzt hat, und Neuzugang Azizou Zoumbare, den es im Testspiel gegen den ASV Vach erwischt hat, hätten da noch Nachholbedarf. "Ich hoffe, dass beide bald den Anschluss finden", sagt der Trainer, der die Sander zu Saisonende verlässt und zum SC Eltersdorf wechselt.
Eine Woche haben Eigner und die Seinen noch Zeit, an ihrer Form zu feilen, dann wird es beim SV Erlenbach wieder ernst. Dass es gerade in den ersten Begegnungen des neuen Jahres um viel geht, ist den Sandern klar. "Wenn wir in Erlenbach gewinnen sollten, würde uns das enormen Rückenwind geben, und wir würden auch die Erlenbacher mit nach unten ziehen", weiß Eigner. Sechs Punkte beträgt derzeit der Rückstand des FC auf seinen ersten Gegner. Eine Woche darauf kommt Eigners künftiger Verein, der SC Eltersdorf, ins Seestadion. "Wir wollen an die Leistungen vor der Winterpause anknüpfen", macht der Sander Trainer deutlich. Aus den beiden letzten Partien des Vorjahres hat seine Mannschaft vier Punkte geholt und dabei den Tabellenvierten VfB Eichstätt daheim mit 3:0 geschlagen.


Geschlossenheit als Trumpf

Davon, dass sich viele Konkurrenten im Abstiegskampf in der Winterpause verstärkt haben, teils erheblich, lässt sich Eigner nicht schrecken. "Die müssen erst einmal eine Mannschaft werden", sagt er. Vor allem ihre Geschlossenheit wollen die Sander dagegen in die Waagschale werfen, "daran wollen wir auch noch weiter arbeiten", versichert der Trainer. Ganz ohne Verstärkung gehen auch die Sander nicht in die entscheidende Saisonphase. Neu im Team ist der 22-jährige Azizou Zoumbare aus Burkina Faso, der zuletzt vereinslos war. "Er ist groß, robust, schnell und sehr ehrgeizig", sagt der Trainer über seinen neuen Mann, "und er ist ein Stürmer, davon haben wir ja nicht viele."
Dass sich der neue Mann gleich verletzt hat, war für ihn natürlich ein Rückschlag, "wir müssen ihn noch integrieren", erklärt Eigner. Auf mittlere Sicht könne er aber für die Mannschaft wertvoll werden. Andererseits muss der FC Sand in der Rückrunde auf Mittelfeldspieler Sebastian Götz wegen eines mehrmonatigen USA-Aufenthaltes verzichten.
Insgesamt sieht Eigner die Personalsituation positiv, nachdem sein Team in der Vorrunde teilweise eine halbe Mannschaft ersetzen musste. "Gegen Bruck hat man gesehen, dass wir in der zweiten Halbzeit einige Spieler nachschieben konnten, die dann noch einmal Druck gemacht haben", sagt er. "Das gibt auch im Training einen Schub, denn jeder merkt, dass er seinen Platz nicht sicher hat." Nun gelte es, in Sachen Spritzigkeit, Zweikampfverhalten und Feinabstimmung noch nachzulegen, um in einer Woche in Erlenbach die bestmögliche Leistung zu bringen.
An der Entschlossenheit, das Ziel Klassenerhalt noch zu schaffen, wenn nötig über die Relegation, werde es nicht fehlen, verspricht Eigner: "Alle sind voll fokussiert. Falls es wirklich passieren sollte, dass mal einer abweicht, sind wir Trainer ja dazu da, ihn wieder in die Spur zu bringen. Aufgeben werden wir auf keinen Fall, sondern kämpfen bis zum Schluss."