In seiner letzten Sitzung in diesem Jahr befasste sich der Gemeinderat Stegaurach besonders ausgiebig mit den Vergabekriterien für Bauplätze im Mühlendorfer Neubaugebiet "Am Steinig II" und beschloss grundsätzlich, den Flächennutzungsplan von 2001 zu erneuern.

Mit einem neuen Flächennutzungsplan käme auf den Gemeinderat viel Arbeit zu, erläuterte Bürgermeister Thilo Wagner (Freie Wähler). "Aber es ist wichtig, dass wir uns jetzt auf den Weg machen und uns überlegen, welche Flächen wir ausweisen wollen und wie wir die Gemeinde entwickeln wollen", so Wagner. Mit zwei Jahren Arbeitsaufwand rechnet der Bürgermeister, bis der alte Flächennutzungsplan von einem neuen, dann digitalen ersetzt werden kann. Der Gemeinderat sprach sich in diesem Sinne einstimmig dafür aus, drei Angebote von kompetenten Büros für das Verfahren einzuholen. Eine Bauanfrage für Dellern wurde dann gleich entsprechend abgelehnt.

Einstimmig durchgewunken wurde die Widmung verschiedener Ortsstraßen in dem Mühlendorfer Neubaugebiet in Anlehnung an alte Pläne, bevor sich größere Diskussionen über die Vergabekriterien für die sieben gemeindlichen Bauplätze "Am Steinig II" entsponnen. Zweiter Bürgermeister Bernd Fricke lobte die "tolle Satzung": "Früher hat man drei Monate in Stegaurach gewohnt und gleich einen Bauplatz bekommen", so Fricke. Jetzt stünden soziale Punkte im Vordergrund. Neben dem Einkommen und dem Vermögen bringen laut Satzung etwa die Zahl der Kinder, ein ausgeübtes Ehrenamt oder pflegebedürftige Verwandte ersten Grades Sozialpunkte.

Wichtig war den Gemeinderäten, dass nicht nur aktuell in der Gemeinde Lebende Vorrang vor auswärtigen Bewerbern haben, sondern auch Stegauracher, die länger hier gelebt haben und wieder zurückkehren wollen. Im Frühjahr 2021 soll die Bewerbung für ein Grundstück nun eröffnet werden. 100 Bewerber haben sich bereits bei der Gemeinde mit einer Initiativbewerbung gemeldet.

Reiner Formalakt

Ein reiner Formalakt war die Feststellung des Jahresabschlusses 2017 und der dazugehörige Entlastungsbeschluss ebenso wie die Änderung der Feuerwehreinsatzkosten-Erstattungssatzung. Der Aufwandsersatz wurde in üblicher Höhe angehoben.

Mit einem kleinen Geschenk und einem persönlichen Rückblick auf 2020 bedankte sich Bürgermeister Thilo Wagner abschließend bei den Gemeinderäten für ihre Arbeit und Unterstützung. Wegen der Corona-Pandemie läge "kein einfaches" Jahr hinter Stegaurach. Die Kommunalwahl habe man im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltungen in der Gemeinde glücklicherweise noch vor dem Lockdown erfolgreich durchführen können: "Die Wahl war vom Prozedere her - erstmals mit digitalen Einlesestiften - super und es gab auch keine Ansteckungen", freute sich Wagner. Trotz des Virus habe man das Beste aus ganz 2020 gemacht. Seinen Dank schickte Wagner hier insbesondere an die Feuerwehren, die Verantwortlichen in den Seniorenheimen und die vielen Ehrenamtlichen. Größten Dank sprach er der Stegauracher Bevölkerung aus, die sich diszipliniert und solidarisch verhalten hätte. Auch wenn nun wieder Corona-Höchstzahlen gemeldet würden, gehe man optimistisch und tatkräftig ins neue Jahr, so Wagner: "Es liegen viele Projekte vor uns."