In einer hitzigen Schlussphase hat die SpVgg Greuther Fürth einen überraschenden Sieg beim VfL Bochum hauchdünn verpasst. Die Franken kassierten am Sonntag beim 2:2 (1:1) erst in der Nachspielzeit den Ausgleich. Vor 13 443 Zuschauern sorgten Niko Gießelmann (12. Minute) und Veton Berisha (66.) für die Tore der seit nunmehr vier Spielen ungeschlagenen Fürther. Simon Terodde (43.) hatte mit seinem 18. Saisontor den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt, am Ende schlug Joker Nando Rafael (90.+1) zu.

Der Bochumer Tim Hoogland (90.+3) sah kurz vor dem Schlusspfiff gelb-rot, Fürths Jürgen Gjasula (90.+6) folgte wenig später mit der Roten Karten. Weil der Fürther Leistungsträger nach seiner Tätlichkeit auch noch den Schiedsrichter berührte, könnte eine saftige Strafe folgen.

"Das war ein rassiges Spiel, sehr emotional und mit viel Leidenschaft", sagte Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck. "Wir haben vergessen, den Sack zuzumachen. Das 2:2 ist für uns haushoch verdient."

Nach dem 0:5-Debakel im Hinspiel hatten sich die Franken viel vorgenommen. "Wenn wir 100 Prozent Leistung auf den Platz kriegen, dann braucht Bochum einen Sahnetag, um uns zu schlagen", hatte Ruthenbeck vor der Partie erklärt. Nach der selbstbewussten Ankündigung ging es sehenswert los. Gießelmann dribbelte auf dem linken Flügel nach innen, zog aus 28 Metern ab - und sein Ball schlug im Winkel des VfL-Tores ein.

In einem guten Zweitliga-Spiel drängte Bochum auf den Ausgleich. Marco Terrazzino, der früh für den verletzten Peniel Mlapa kam, verpasste noch das 1:1 (35.). Doch dann schlug Terodde zu. Fürth bekam den Ball einfach nicht geklärt, und nach einem verunglückten Schuss von Terrazzino stand Terodde da, wo ein Torjäger eben steht.

Nach dem Seitenwechsel drängten die überlegenen Bochumer auf das 2:1, Terodde scheiterte mit seinem Schuss am Pfosten (52.). Auf der Gegenseite hätte Berisha (58.) aus seinem 16-Meter-Schuss mehr Kapital schlagen können. Jubeln durfte Berisha dann aber doch.

Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld legte Marco Stiepermann mustergültig in den Lauf des Teamkollegen ab, und dieser versenkte den Ball zu der zu diesem Zeitpunkt glücklichen Führung. "Er hat mir den Ball super reingelegt. Ich habe sofort mit dem ersten Kontakt abgeschlossen. Nach dem Tor sind viele Kilos von meiner Schulter weggefallen", gestand der Torschütze des Tabellensiebten. Zuletzt hatte er im Oktober beim 2:5 gegen Freiburg getroffen.

Auf der Gegenseite hätte Terodde fast erneut eingenetzt, doch der Goalgetter vergab aus fünf Metern gegen den glänzend parierenden Fürther Keeper Sebastian Mielitz. Nach zuletzt zehn Spielen ohne Niederlage rettete der eingewechselte Rafael dem Gastgeber wenigstens noch einen Punkt.