Träumen ist erlaubt. Die SpVgg Greuther Fürth plant auf der Baustelle im heimischen Ronhof die nächste Pokalüberraschung. Nach dem Zweitrundenerfolg gegen den Europa-League-Teilnehmer FSV Mainz 05 soll am Dienstagabend (20.45 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach ein weiterer spektakulärer Fußballabend folgen. "Wir freuen uns riesig auf den Champions-League-Teilnehmer Gladbach. Das wird ein sehr geiles Spiel, ein Highlight für jeden Spieler von uns", verkündete Fürths aktuell treffsicherer Angreifer Serdar Dursun.

Präsident Helmut Hack sprach am Montag von einem "Bonusspiel", das pure Vorfreude auslöse. Das beeindruckende 4:1 gegen den gestürzten Tabellenführer Hannover 96 im Zweitliga-Alltag hat Hoffnungen auf den nächsten Pokal-Coup geweckt. "Wir wollen das Spiel bis zum Ende spannend halten und vielleicht für eine große Überraschung sorgen", sagte Hack: "Wir sind krasser Außenseiter. Wir können nur gewinnen!"


Findet Gladbach wieder zu alter Stärke zurück?

Natürlich haben sie auch in Fürth registriert, dass die Borussia unter dem neuen Trainer Dieter Hecking wieder zu früherer Stärke zurückzufinden scheint. "Wenn Gladbach hundert Prozent gibt, schlagen wir sie nicht", sagte Fürths Chefcoach Janos Radoki. Auch Hack weiß: "Die Gladbacher sind wieder da, wo sie im letzten Jahr waren. Die letzten Ergebnisse und das Auftreten stimmen wieder. Individuell gesehen haben sie elf bessere Spieler als wir."

Sieben Punkte wurden unter Hecking in den drei Partien nach der Winterpause geholt. Nach der Rückkehr zum 4-4-2-System steht das Team defensiv wieder stabiler, die Offensive um den Brasilianer Raffael und Anführer Lars Stindl trumpft wieder auf, die Torquote steigt. Dazu kommt, dass für den Tabellenelften der DFB-Pokal ganz wichtig ist. Er eröffnet die Chance auf einen internationalen Startplatz.


Für Fürth geht es auch um Geld

Für die Fürther geht es neben sportlichem Ruhm auch um viel Geld. Neben den Zuschauereinnahmen gibt es 630.000 Euro an Prämien aus dem DFB-Vermarktungstopf. Sogar 1,265 Millionen Euro kassiert jeder Verein im Viertelfinale. "Ein schönes Zubrot", betonte Präsident Hack. Der Aufschwung unter dem zum Cheftrainer beförderten Radoki sowie die starke Vorstellung gegen Hannover machen Mut. "Man merkt, dass die Mannschaft immer mehr zusammenwächst", sagte Radoki.

Der Außenseiter verspricht dem Favoriten einen heißen Kampf. "Unsere Mannschaft hat die Aggressivität, die Geilheit, die Kompaktheit, extrem gegen den Ball und den Gegner zu arbeiten", erklärte Hack. Trotzdem muss den Fürthern schon ein historischer Abend glücken. Der einzige Pflichtspielsieg gegen Gladbach datiert aus dem Jahre 1920. Im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft besiegten die Franken mit Dreifach-Torschütze Viktor Hierländer die Gladbacher mit 7:0.