In Zirndorf ist ein Rentner das Opfer von falschen Polizeibeamten geworden - beinahe sogar zwei Mal, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken berichtet. Am Dienstag (7. September 2021) kam der erste Schockanruf bei dem 88-Jährigen an.

Am Telefon gab sich ein Betrüger als Polizeibeamter aus und log dem Senior vor, dass seine Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Um seine Tochter vor der drohenden Haft zu bewahren, sollte der 88-Jährige eine Kaution in Höhe von mehreren zehntausend Euro zahlen.

Rentner aus Zirndorf um 35.000 Euro betrogen: 14-jähriger Geldabholer in Haft

Noch am selben Tag hob er insgesamt 35.000 Euro bei verschiedenen Banken ab und übergab diese anschließend in der Nähe des Amtsgerichtes Fürth einer Frau, von der er annahm, sie sei von der Staatsanwaltschaft.

Die Betrüger meldeten sich jedoch erneut und wollten die Übergabe eines weiteren Geldbetrages vereinbaren - zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits die echte Polizei eingeschalten. Zum Schein ging der Rentner ein weiteres Mal auf die Forderung ein. Diesmal sollte er 50.000 Euro Bargeld an einen angeblichen Kassenbeamten übergeben. Stattdessen warteten auf die Betrüger Zivilbeamte.

Der "Kassenbeamte" wurde nach der Übergabe eines Umschlags voller Papierschnipsel festgenommen. Bei dem Geldabholer handelte es sich um einen 14 Jahre alten Jungen. Die Staatsanwaltschaft stellte gegen den Jugendlichen einen Haftantrag und er wurde einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Seither ist der 14-Jährige in Haft.

Für die Nürnberger Kriminalpolizei geht die Arbeit weiter: Von den bereits übergebenen 35.000 Euro fehlt derzeit jede Spur. Der Fokus der Ermittlungen liegt nun auf den Strukturen hinter dem festgenommenen Jugendlichen.

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