Gut 3340 Kinder und Jugendliche sind letztes Jahr von bayerischen Jugendämtern in Obhut genommen worden. Das seien mehr als 400 Fälle weniger als noch im Vorjahr, teilte das Bayerische Landesamt für Statistik am Mittwoch in Fürth mit.

Von einem positiven Trend kann laut dem Bayerischen Landesjugendamt aber nicht die Rede sein. Minderjährige in Notsituationen seien im Corona-Jahr wahrscheinlich nur weniger aufgefallen, sagte ein Sprecher des Landesjugendamtes. "Ich bin überzeugt davon, es gibt ein Dunkelfeld."

Corona-Pandemie: Notsituationen fallen weniger auf

Hinweisgeber seien in der Regel die wegen der Pandemie lange geschlossenen Schulen und Kindergärten. Nach ihrer Öffnung könnten die Zahlen sogenannter Schutzmaßnahmen also wieder steigen: "Wenn in den letzten Monaten etwas unter den Tisch gefallen ist, dann wird es jetzt auffallen", sagte der Sprecher.

Häufigster Anlass für entsprechende Maßnahmen sind dem Bayerischen Landesamt für Statistik zufolge überforderte Eltern. Eine Unterbringung außerhalb des Elternhauses solle Minderjährige schützen und eine Klärungshilfe in Krisen sein. 

Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen in Einrichtungen der Erziehungshilfe

Die meisten der Kinder und Jugendlichen kamen 2020 in Einrichtungen der Erziehungshilfe, andere zogen etwa in betreute Wohnformen oder zu anderen Verwandten.