In Bayern sind nach Angaben des Statistik-Landesamtes im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen gestorben als 2019. Interessant ist auch, dass es deutliche Unterschiede gibt, je nachdem welche Monate man betrachtet: Die Zahl der Sterbefälle in Bayern ist im Verlauf der Corona-Pandemie phasenweise deutlich gestiegen. In anderen Monaten gab es hingegen keine signifikanten Unterschiede zu den Vorjahren. Das teilte das Statistische Landesamt am Donnerstag (01.07.2021) in Fürth mit.

So war die Zahl der Sterbefälle zum Jahreswechsel 2020/2021 in den Monaten November und Dezember 2020 sowie Januar 2021 deutlich nach oben gegangen. Im November war die Sterberate um über 13 Prozent, im Dezember um gut 35 Prozent und im Januar um rund 22 Prozent erhöht im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, wie aus der Statistik hervorgeht.

Insgesamt sind deutlich mehr Menschen gestorben - aber ein Blick auf die genauen Monate lohnt

Im Februar und März 2021 lag dann die Zahl sogar niedriger als im Durchschnitt der letzten Jahre, im April etwa gleichauf. Im Mai ging es dann wieder über den mittelfristigen Schnitt und etwa auf das gleiche Niveau wie im Mai 2020. In diesem Monat starben besonders viele Menschen im Alter von über 80 Jahren.

Besonders deutliche Ausschläge gab es regional. Die Städte Schweinfurt (plus 44 Prozent) und Amberg (plus 37 Prozent) sowie die Landkreise Neumarkt (Oberpfalz, plus 41 Prozent), Kronach und Neuburg-Schrobenhausen (jeweils plus 38 Prozent) lagen klar über dem Mittel der Jahre 2016 bis 2019.

Wie die Behörde am Dienstag (22. Juni 2021) berichtete, sind im Jahr 2020 insgesamt 143 367 Menschen im Freistaat gestorben.

In Schweinfurt und Kronach durchschnittlich deutlich mehr Menschen gestorben als in den Vorjahren

Dies sei eine Zunahme von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Dieser deutliche Zuwachs ist vor allem eine Folge der Corona-Pandemie", teilte das Landesamt in Fürth mit.

Im Jahresverlauf sei ersichtlich, dass sich die Zahl der Gestorbenen parallel zum Infektionsgeschehen entwickelt habe.

"Sterbefallüberschuss" in Bayern: Folge der Corona-Pandemie

Die Behörde berichtete aber auch über ein "Geburtenhoch". In Bayern seien 128 764 Kinder im Jahr 2020 geboren worden, was ein Anstieg von 0,4 Prozent gewesen sei. "Dies ist die höchste Geburtenzahl seit dem Jahr 1997", hieß es. "Die hohen Geburtenzahlen im Jahr 2020 sind in erster Linie auf die derzeit vergleichsweise hohe Anzahl junger Frauen im gebärfähigen Alter zurückzuführen."

Letztlich bedeutete dies aber dennoch, dass im Freistaat rund 14 600 Menschen mehr gestorben als zur Welt gekommen sind. Dieser "Sterbefallüberschuss" lag aufgrund der Pandemie deutlich höher als der Durchschnittswert der Jahre 2016 bis 2019, der etwa 6200 betrug.