In einem Mehrfamilienhaus in Fürth hat es am Dienstag gebrannt, teilte die Polizei mit. Gegen 0.30 Uhr riefen mehrere Menschen bei der Polizeieinsatzzentrale an und meldeten, dass es in einem Hinterhaus in der Waldstraße brennt.

Als Feuerwehr und Polizei eintrafen, schlugen die Flammen bereits aus dem Dachgeschoss des vierstöckigen Hauses. Die Fürther Feuerwehr begann sofort das Feuer zu löschen, während die Polizei die Bewohner des Hauses und Anwohner eines angrenzenden Gebäuden evakuierten.

Insgesamt verließen rund 50 Personen ihre Wohnungen. Vorübergehend kamen diese in einem Bus unter, den die Nürnberger Verkehrsbetriebe bereitstellten.

Ein acht Jahre altes Mädchen kam wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Noch in der Nacht begann der Kriminaldauerdienst Mittelfranken mit den ersten Ermittlungen vor Ort.


Weiterer Brand zwei Stunden später

Zwei Stunden später, während die Löscharbeiten des ersten Brandes noch in Gange waren, kam die Mitteilung, dass es im Nachbarhaus ebenfalls brennen soll. Einsatzkräfte stellten daraufhin fest, dass aus dem Dachgeschoss des Anwesens mit der Nummer 13 ebenfalls dichter Rauch quoll. Sofort wurden Feuerwehrmänner zu den Löscharbeiten eingesetzt.

Nach aktuellen Angaben des Rettungsdienstes mussten in diesem Fall zwei Passanten mit leichten Rauchgasvergiftungen ambulant behandelt werden. Die Schadenshöhe wird auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt, teilte die Polizei mit.

Die Ermittler des Fachkommissariats der Kripo Fürth gehen derzeit nicht davon aus, dass als Brandursache ein technischer Defekt vorliegt. Nach bisherigen Erkenntnissen deutet alles darauf hin, dass die Brände zusammenhängen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.


Kriminalpolizei ermittelt: Video-Zeuge gesucht

Die Beamten suchen noch eine Person, die sich während der Löscharbeiten unter den Schaulustigen aufhielt und das Geschehen mit einem Mobiltelefon gefilmt haben soll. Dieser Mann kommt als wichtiger Zeuge in Frage und wird wie folgt beschrieben:

Mitte 20, circa 1,80 Meter groß, dunkel gekleidet (dunkle Hose, dunkle Kapuzenjacke), dick vermummt, möglicherweise mit einem dunklen Schal, den er in das Gesicht gezogen hatte.

Dieser Zeuge sowie andere Personen, die sowohl Beobachtungen gemacht haben, die mit dem Brandgeschehen in Verbindung stehen könnten oder gar den erwähnten Zeugen selbst bemerkt haben, werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 09 11 2112 - 3333 in Verbindung zu setzen.