Der Rekord-Winter bleibt auf Kurs: Es ist viel zu warm, viel zu trocken. Wetterexperte Stefan Ochs aus Herzogenaurach prognostiziert frühlingshafte Temperaturen bis nach Weihnachten - die weiße Weihnacht wird wohl also wieder einmal ein Traum bleiben.

"Die bis nach Weihnachten reichenden Prognosekarten zeigen einen schier endlosen Strom milder Atlantikluft, der von den Azoren zu uns gerichtet ist", erklärt der "Wetterochs". Die Temperaturen lägen dadurch gut 5 Grad über den langjährigen Mittelwerten: Am Tag würden 5 bis 13 Grad erreicht, in der Nacht 5 bis -1 Grad.

Warnung vor Nebel und Glätte in der Nacht

Es bleibe überwiegend wechselnd bis stark bewölkt, gelegentlich regne es. Nachts kühle die Bodenoberfläche bei gelegentlichen Wolkenauflockerungen rasch bis auf den Gefrierpunkt ab. Vorsicht vor Glätte! "Es bilden sich dann Nebelfelder und auf den Straßen kann es glatt werden", so Stefan Ochs. "Schließt sich die wärmende Wolkendecke wieder, steigen die Temperaturen und der Nebel löst sich wieder auf."

Temperaturen bis zu 13 Grad möglich

Stefan Ochs erklärt, wie es zu den frühlingshaften Temperaturen kommen kann: "Der schwache Bodenwind kommt aus Südost, während in höheren Luftschichten starke Südwestwinde wehen. Bodennah kommt die milde Atlantikluft also nicht direkt bei uns an. Daher herrschen die höchsten Temperaturen in 900 m Höhe. Wenn die Sonne bei solchen Lagen mal über Mittag herauskommt und den Boden erwärmt, sind kurzzeitig Temperaturen bis 13 Grad möglich."

Nur geringe Niederschlagsmengen: Grundwasserpegel sinkt

Bis Ende nächster Woche würden nur recht geringe Gesamtniederschlagsmengen von rund 5 Litern pro Quadratmetern erwartet, so der "Wetterochs". Eventuell würden danach die atlantischen Tiefausläufer kräftiger und es regnet mehr. "Und wir brauchen auch tatsächlich mehr Regen. In Teilen Unterfrankens und im westlichen Mittelfranken sind bis jetzt noch nicht einmal die oberen Bodenschichten richtig durchfeuchtet. Aber auch dort, wo die Böden gesättigt sind, tut sich bei der Grundwasserneubildung nur wenig. In der Fränkischen Schweiz sinken die Grundwasserpegel sogar kontinuierlich weiter ab."

Die Prognose von Stefan Ochs passt perfekt zu dem, was auch andere Wetterexperten vorhergesagt haben: Der "Rekord-Winter" wird viel zu warm, es ist insgesamt zu trocken, wodurch der Grundwasserpegel immer weiter sinkt und es zu einer "stillen Katastrophe" kommen kann. Alle Informationen finden Sie in unserem separaten Artikel.