Die Wohnsituation in Deutschland ist angespannt. Nicht nur die Immobilienpreise steigen immer weiter an, auch das Bauland wird immer teurer. Laut Statistischem Bundesamt betrug im Jahr 2019 der durchschnittliche Kaufwert für baureife Grundstücke 189,78 Euro pro Quadratmeter. Zehn Jahre zuvor lag der Wert noch bei rund 122 Euro. Insgesamt sind die Deutschen mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden. Eine repräsentative Studie des Maklerunternehmens Homeday hat ergeben, dass 84 Prozent der Deutschen sehr zufrieden bzw. eher zufrieden mit ihrer Wohnsituation sind. Dabei steigt die Zufriedenheit mit dem Alter. Im Stadt-Land-Vergleich hat sich gezeigt, dass mehr Menschen auf dem Land als in der Stadt sehr zufrieden mit der Situation sind. 

Die Menschen sorgen sich jedoch um die Zukunft. Fast 20 Prozent der Befragten in der Studie haben die Befürchtung, sich ihre Wohnung oder ihr Haus in Zukunft nicht mehr leisten zu können. Die Entwicklung der Bau- und Immobilienpreise hängt mit verschiedenen demografischen und wirtschaftlichen Faktoren zusammen.  Dazu gehören zum Beispiel die wachsende Bevölkerung, ein generell knappes Angebot an Immobilien und niedrige Zinsen, die zu steigenden Preisen führen. Wie das Statistische Bundesamt angab, sind die Preise für Baulandgrundstücke im Zeitraum von 2010 bis 2020 um ganze 102 Prozent gestiegen.

Das kostet Bauland in Franken

In der Karte wird dargestellt, wie teuer das baureife Land in den Bundesländern 2020 war. Baureifes Land ist Bauland, auf dem die Bauarbeiten beginnen können. Am günstigsten ist das Land in Sachsen-Anhalt, wo der Quadratmeter im Schnitt 53,91 Euro kostet. Bayern ist mit 344,39 Euro schon deutlich teurer. Am meisten muss man derzeit in Berlin zahlen. Pro Quadratmeter Bauland muss man hier im Schnitt 1177,11 Euro ausgeben.

In Bayern unterscheidet sich der Preis für baureifes Land stark nach Regierungsbezirken. Am günstigsten ist das Land im Regierungsbezirk Oberfranken. Der Quadratmeterpreis liegt hier laut Bayerischem Landesamt für Statistik derzeit bei 76 Euro pro Quadratmeter. Weitaus teurer wird es in Oberbayern mit 982 Euro. Nimmt man hier jedoch die Stadt München aus der Berechnung heraus, liegt der Wert für Oberbayern deutlich niedriger, bei 629 Euro.

Mittelfranken ist die teuerste Region in Franken (248 Euro pro Quadratmeter). Das kann man auch auf der Karte erkennen.  Vor allem die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen fallen hier direkt ins Auge. In Nürnberg kostet das Bauland pro Quadratmeter stolze 1070,55 Euro. Man kann durch die Einfärbung auch die Tendenz erkennen, dass baureifes Land in den Städten teurer ist als in den Landkreisen. Und Unterfranken liegt mit 141 Euro im günstigeren Bereich. 

Das Statistische Bundesamt gibt an, dass die durchschnittlichen Kaufwerte mit der Gemeindegröße ansteigen. In Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zahlt man im Schnitt etwa 66 Euro pro Quadratmeter. In den 14 größten Städten Deutschlands mit mindesten 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wird mit 1.128 Euro das 17-Fache verlangt.