• Corona-infiziert trotz Impfung: 308 Fälle von "Impfdurchbrechern" in Franken
  • Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Geimpften gibt es aber nur äußerst wenige "Impfdurchbrecher"
  • Bayernweit bislang nur 0,02 Prozent der Durchgeimpften an Covid-19 erkrankt
  • Behörden in Bamberg, Bayreuth und Nürnberger Land vermelden "Impfdurchbrecher"

Aktuell werden deutschlandweit immer mehr Fälle sogenannter "Impfdurchbrecher" bekannt. Dabei handelt es sich um Menschen, die sich trotz erfolgter Schutzimpfung mit Corona infizieren und daran erkranken. Auch in Franken gibt es 308 Fälle von "Impfdurchbrechern". Mehrere Covid-19-Patient*innen sind sogar gestorben, obwohl sie zuvor einen vollständigen Impfschutz erhalten hatten. Ein Grund zur Panik  besteht aber nicht. Denn: Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Durchgeimpften fällt die Zahl an "Impfdurchbrechern" ausgesprochen niedrig aus. 

Vereinzelt "Impfdurchbrecher" in Bayern - insgesamt aber nur 0,02 Prozent der Geimpften an Corona erkrankt

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt es in den drei fränkischen Regierungsbezirken - Ober-, Mittel- und Unterfranken - insgesamt 308 übermittelte "SARS-CoV-2-Fälle mit Impfdurchbruch". Davon litten 30 Erkrankte unter Symptomen wie akuter Atemnot, Dyspnoe, Pneumonie Tachykardie und/oder Tachypnoe und wurden in ein Krankenhaus eingewiesen. 20 der 308 "Impfdurchbrecher" in Franken sind dem LGL zufolge verstorben. 

So erschreckend diese Statistik auf den ersten Blick wirkt - im Verhältnis betrachtet ist die Zahl der "Impfdurchbrecher" verschwindend gering. Zum Vergleich: Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Franken 202.514 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Einen vollständigen Impfschutz wiesen dabei nach aktuellem Kenntnisstand lediglich 308 Personen von ihnen auf. Ähnlich verhält es sich mit den Todesfällen: 5687 Corona-Infizierte sind in Franken bislang verstorben - davon waren augenscheinlich nur 20 Menschen durchgeimpft.

Bayernweit sind mittlerweile 6.056.059 Personen (Stand: 23.07.2021; Quelle: RKI) vollständig gegen Corona geimpft. Die Zahl der gemeldeten Fälle von "Impfdurchbrechern" beläuft sich bayernweit auf 1057 - darunter 66 Todesfälle (Stand: 22.07.2021; Quelle: LGL). Das heißt im Klartext: Bei lediglich 0,02 Prozent der vollständig geimpften Menschen im Freistaat ist es nach einer Corona-Impfung zu einer Covid-19-Erkrankung gekommen. 

Landratsamt Bamberg meldet 27 "Impfdurchbrecher"-Fälle  - schwererer Verlauf "nur in einem Fall"

Auch in der Region Bamberg ist die Anzahl an "Impfdurchbrechern" überaus gering - im Verhältnis zu den Bürgerinnen und Bürgern, die mittlerweile komplett gegen Corona geimpft sind. In Stadt und Landkreis Bamberg haben insgesamt 99.477 Menschen bereits ihre Zweitimpfung erhalten (Stand: 23.07.2021; Quelle: landkreis-bamberg.de). Fälle von "Impfdurchbrechern" gibt es dagegen weniger als 30. 

"Wir haben insgesamt 27 Fälle verzeichnet, die die Definition Impfdurchbruch erfüllen", berichtet teilt Frank Förtsch, Pressereferent des Landratsamts Bamberg, inFranken.de mit. Dies sei der Fall, wenn die abschließende Impfung mindestens 15 Tage zurückliege, die Person einen positiven PCR-Test aufweise und Symptome zeige. Hinzu kämen 21 positive Fälle ohne Symptome. Diese zählen Förtsch zufolge dann offiziell nicht als Impfdurchbruch. 

Die gute Nachricht für die infizierten Geimpften: "Schwerere Verläufe mit Krankenhauseinweisung hatten wir nur in einem Fall", betont der Pressereferent. "Bei allen anderen Fällen lagen milde Verläufe vor." Infiziert sich jemand trotz vorausgegangener Covid-19-Impfung mit Corona, wird dies laut Förtsch behördlicherseits erfasst. "Wir erfragen sowohl den Impfstoff als auch die Impfdaten." Diese Informationen würden anschließend in anonymisierter Form an das LGL sowie das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt.

"Impfdurchbrecher" auch im Nürnberger Land und im Raum Bayreuth

Im Landkreis Nürnberger Land sieht die Situation ähnlich aus. "Auch wir haben Fälle von Impfdurchbrechern", sagt Iris Bitzigeio vom Landratsamt Nürnberger Land. Demnach gab es "einige Fälle" in Altenheimen. "Der Krankheitsverlauf war aber milde", berichtet die Sprecherin. Bei jeder Corona-Infektion habe das Gesundheitsamt nach dem jeweiligen Impfstand der infizierten Person gefragt. 

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In Stadt und Landkreis Bayreuth wurden bislang elf Corona-Fälle mit der Delta-Variante nachgewiesen, wie das Landratsamt Bayreuth mitteilt. Unter die Kategorie "Impfdurchbrecher" indes fällt demnach lediglich ein einziger Fall. Von den insgesamt elf Delta-Infizierten seien "zum Zeitpunkt der Erkrankung acht ungeimpft, zwei einfach geimpft (Biontech) und einer zweifach geimpft (Biontech)" gewesen.

"Zu den Krankheitsverläufen liegen dem Gesundheitsamt keine Informationen vor", berichtet Landratsamt-Sprecherin Karen Görner-Gütling inFranken.de.

LGL: Registrierung von "Impfdurchbrüchen" durch das Infektionsschutzgesetz geregelt

Die Registrierung von "Impfdurchbrüchen" ist durch das Infektionsschutzgesetz geregelt. Liegen bei einer gemeldeten Corona-Infektion Informationen zum Impfstatus vor, seien diese melde- und übermittlungspflichtig, erklärt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) inFranken.de. "Diese Angaben unterliegen laufenden Plausibilitätsprüfungen durch das LGL", heißt es vonseiten der Behörde. 

Bei der Auswertung nach Krankheitsverläufen, Hospitalisierungen und ähnlichen Faktoren sei zu bedenken, "dass besonders zu Jahresanfang überwiegend Risikogruppen geimpft wurden", die ein insgesamt höheres Risiko "für schwere Verläufe und Versterben" gehabt hätten, betont LGL-Pressesprecher Aleksander Szumilas. 

Impfung laut Paul-Ehrlich-Institut "effektive Maßnahme" - RKI bescheinigt "gute Wirksamkeit"

Die Kenntnis, dass sich Menschen mit dem Coronavirus infizieren können, obwohl sie bereits geimpft sind, ist indes nicht neu. Laut dem in Deutschland für die Sicherheit von Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) stellen Impfungen mit wirksamen und verträglichen Covid-19-Impfstoffen aber eine "effektive Maßnahme" dar, die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst vor einer Corona-Infektion zu schützen. 

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Auch dem RKI zufolge bieten die zugelassenen Covid-19-Impfstoffe nach derzeitigem Kenntnisstand eine "gute Wirksamkeit". Dennoch könne es auch trotz einer entsprechenden Schutzimpfung zu einer Corona-Erkrankung kommen, da die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz biete. Vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen mit hoher Sicherheit gleichwohl alle in Deutschland verfügbaren Vakzine. 

Passend zum Thema: Im März ist es in einem Altenheim in Hof zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Auch hier hatten 20 der insgesamt 30 positiv getesteten Bewohner bereits eine zweifache Covid-19-Schutzimpfung (mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer) erhalten.

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