In Deutschland gibt es immer mehr Autos. Laut dem Statistischen Bundesamt stieg der PKW-Bestand von 2010 bis 2019 um  ganze 14 Prozent an. Im Jahr 2019 waren insgesamt 47,1 Millionen Autos auf den deutschen Straßen unterwegs. Trotz aktueller Diskussionen um den Klimaschutz und die Verkehrswende ist und bleibt das Auto das dominierende Verkehrsmittel in Deutschland. Der aktuelle Bericht "Mobilität in Deutschland" vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vom Februar 2020 zeigt, dass die Bevölkerung trotz der wachsenden Auto-Dichte für die Fahrt erfreulicherweise weder länger braucht, noch langsamer unterwegs ist. Das konnte durch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verhindert werden. 

In Franken ist in allen Regionen eine Zunahme des PKW-Bestands zu verzeichnen. Das zeigt auch die Karte. Von 2015 bis 2020 ist die Zahl der zugelassenen Autos mit 7,7 Prozent im Landkreis Hof am stärksten angestiegen. In der Stadt Erlangen hat sich der Bestand innerhalb der fünf Jahre mit 0,6 Prozent am geringsten verändert. Der Zuwachs scheint tendenziell in den Landkreisen stärker ausgeprägt zu sein als in den Städten Frankens.

Autos parken 97 % des Tages

Ein durchschnittlicher PKW ist an einem Tag etwa eine Dreiviertelstunde in Betrieb. Damit befinden sich die Autos 97 % des Tages im Stillstand. Zuhause parken  dreiviertel aller Fahrzeuge auf Privatgrundstücken. Nur etwa ein Fünftel aller Autos steht auf der Straße. Jedoch gibt es hierbei sehr große regionale Unterschiede. Während in dörflichen Gebieten etwa jedes zehnte Auto im öffentlichen Straßenraum parkt, entspricht dieser Anteil in Metropolen etwa 50 Prozent.

Der Bericht des Bundesministeriums informiert auch über einen deutlichen Rückgang der Wege, die die Menschen zurücklegen. Vor allem die Einkaufs- und Freizeitwege sind weniger geworden. Dieser Trend hängt mit der fortschreitenden Digitalisierung zusammen, wodurch Online-Einkäufe und -Freizeitaktivitäten mehr werden. Auch neue Standort- und Marktstrukturen haben darauf einen Einfluss. Da der aktuelle Bericht aus dem Jahr 2017 stammt, sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht in die Statistik mit eingeflossen. Die Vermutung liegt aber nahe, dass sich die bereits begonnene Entwicklung im Zuge der Pandemie noch verstärkt hat und die Menschen im letzten Jahr noch weniger Wege mit dem Auto zurückgelegt haben.

Der Plan für die Zukunft: Alternativen schaffen

Die deutsche Bundesregierung plant in ihrem Klimapaket deutliche Steigerungen der Investitionen in die Bahn, den öffentlichen Nahverkehr und den Ausbau der Radwege.  Dadurch sollen die Alternativen zum Individualverkehr mit dem Auto in Zukunft attraktiver gemacht werden.  Gleichzeitig mit dem Ausbau der Alternativen sollen auch die Emissionen, die der Straßenverkehr verursacht, reduziert werden. Dabei steht zum Beispiel die Förderung der Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie auf dem Plan.

Wie das Aufkommen der verschiedenen Antriebsarten sich derzeit entwickelt, zeigt die Grafik.  Im Gegensatz zu den Verbrennern Diesel und Benzin haben die alternativen Antriebsarten deutlich zugelegt. Sowohl Hybridautos als auch Elektroautos weisen ein Plus von über 50 Prozent auf.  Insgesamt waren im Jahr 2020 etwa 102.000 Autos mit Hybridtechnik und 30.600 Elektroautos in Bayern zugelassen. 

Der Anteil von Elektroautos am Gesamtbestand der Autos in Bayern ist laut des Bayerischen Landesamtes für Statistik damit aber noch relativ gering. Dazu kommt, dass Elektroautos häufig zu Haushalten mit vergleichsweise vielen Autos gehören.  Nur ein Viertel der Elektroautos ist das einzige Auto im Haushalt. Die Besitzer*innen können also jederzeit auf andere Fahrzeuge umsteigen und damit den Nachteilen von E-Autos - wie zum Beispiel die teils geringe Reichweite - umgehen. Fast alle zugelassenen Autos in Bayern sind schadstoffreduziert. Die aktuell beste Klasse ist die Euro-Norm 6. Ihr Anteil ist von 2019 auf 2020 um knapp ein Viertel gestiegen. Das entspricht rund 2,8 Millionen Autos. 

Für alle Neufahrzeuge ist seit September 2019 die Schadstoffklasse Euro 6d-temp verpflichtend. Am Jahresanfang 2020 waren bereits etwa 660.000 Autos damit zugelassen. Die Schadstoffklasse entscheidet darüber, welche Umweltplakette ein Fahrzeug bekommt. So werden die rote, gelbe oder grüne Umweltplakette verteilt.

  • Die grüne Plakette erhalten Fahrzeuge mit der Schadstoffklasse Euro 4 oder besser.
  • Die gelbe Plakette erhalten Dieselfahrzeuge mit der Schadstoffklasse Euro 3. Auch Autos, die eine Partikelfilternachrüstung bekommen haben, erhalten eine gelbe Plakette und dürfen damit in allen Umweltzonen fahren. Nur in den Städten Berlin und Hannover gibt es hierbei Ausnahmen.
  • Die rote Plakette erhalten nur Dieselfahrzeuge. Für Autos mit roter Plakette gelten Fahrverbote in Umweltzonen.
  • Manche Fahrzeuge erhalten überhaupt keine Plakette. Darunter fallen Autos mit einem Ottomotor ohne Katalysator, Benziner mit einem ungeregelten Katalysator oder Dieselautos mit Partikel-Emissionen nach Euro-Norm 1. Diese Fahrzeuge dürfen Umweltzonen auch nicht befahren.
Vorschaubild: © Boris Roessler (dpa)