Blau, Gelb, Rot - diese drei Farben trägt der Heroldsbacher Künstler Wolfgang Schmidt auf einer kleinen Glasplatte auf, bevor er ein neues Bild beginnt. Während die Skizze auf dem schweren Aquarellpapier nun zum Gemälde ausgearbeitet wird, werden alle anderen Farben aus diesen drei Grundfarben angemischt. "Damit lasse ich größtmögliche Variationen zu", erklärt Wolfgang Schmidt. Wie viele Farbnuancen dabei entstehen und wie viele Stimmungen damit erzeugt werden können, beweist er im "Frankenkalender 2021" aufs Neue.

Auch in diesem Jahr hat der freischaffende Maler und Grafiker zwölf Motive ausgewählt, die die Region Forchheim in all ihren Facetten zeigen. Auf seinen Streifzügen hält er Motive auf einer Skizze oder einem Foto fest. Die Ausarbeitung erfolgt - manchmal "in einem Zug", manchmal Stück für Stück - im kleinen und sehr feinen Kunstatelier im Anna-Maria-Haus, direkt am Heroldsbacher Dorfplatz.

Kurse im hellen Dachgeschoss

Im hellen Dachgeschoss finden auch Malerinnen und Maler Platz, die Kurse bei ihm belegt haben. "In meinen Kursen möchte ich Menschen für die Aquarellmalerei begeistern", bricht Wolfgang Schmidt eine Lanze für diese doch recht anspruchsvolle Technik. Seine diesjährigen Kurse hatte er seit Juli in kleinerer Besetzung wieder anlaufen lassen können. Mit den neuerlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zuge der Corona-Pandemie sind die Arbeitstische jedoch wieder verwaist. "Weiterhin sind in diesem Jahr zwei Ausstellungen weggefallen. Auch das ,Offene Atelier' konnte leider nicht stattfinden", blickt er auf die vergangenen Monate zurück. "So sorgt das Kalenderprojekt als kleiner Anker für mich dafür, dass ich tätig bleibe und die Pinsel nicht austrocknen lasse", sagt Schmidt.

Auch abstrakte Malerei

Bilder, die Wolfgang Schmidt für sich malt, sind oft in der abstrakten Malerei zu verorten. Hier kommen auch Acrylfarben zur Anwendung, aufgetragen auf großformatigen Leinwänden. "Mit meinen Kalendermotiven möchte ich jedoch die Menschen erreichen, die in der Region leben, und ihnen ihre Orte in einer neuen Sichtweise zeigen. Landschaften male ich daher ebenfalls sehr gerne." Das klassische Postkartenmotiv steht dabei nicht an erster Stelle. Vielmehr faszinieren Wolfgang Schmidt die etwas versteckt gelegenen Orte mit ihren liebenswerten Details; ein bemoostes Ziegeldach, verwittertes Fachwerk, alte Mauern unter bröckelndem Putz. "Das zentrale Motiv wird realistisch und exakt ausgearbeitet, in der weiteren Ausgestaltung kann ich die Farbe dann freilassen", erläutert er seine Herangehensweise anhand des Motivs der Ruine Neideck, zu deren Füßen der Wald im sommerlichen Farbenrausch verschwimmt.

So vielgestaltig wie sich der fränkische Raum präsentiert, so abwechslungsreich sind auch die Motive des Kalenders zusammengestellt: Ein Kalenderblatt gibt den weiten Blick über die Obstwiesen bei Lützelsdorf hinüber nach Hagenbach frei. Ebenso findet sich die Basilika Gößweinstein. Neben Motiven der Fränkischen Schweiz sind aber auch andere Entdeckungen wie zum Beispiel das kleine Platenhaus in Erlangen in der künstlerischen Umsetzung zu sehen. Die Forchheimer werden mit einer winterlichen Impression des Krottentals bedacht. "Der Schnee ist übrigens keine frei erfundene Hinzufügung", schmunzelt Wolfgang Schmidt, "als ich zu diesem Zeitpunkt in der Forchheimer Altstadt unterwegs war, hatte es tatsächlich kräftig geschneit."

In der Region unterwegs

So wird Wolfgang Schmidt auch im kommenden Jahr oft in der Region unterwegs sein, immer auf der Suche nach neuen oder wieder neu entdeckten Motiven. "Auch vermeintlich unspektakuläre Ecken, wie zum Beispiel der Hofer Raum, erweisen sich als Schatzkästchen, die voller Überraschungen stecken", freut er sich schon auf seine weiteren Entdeckungsreisen. Ein Kalendermotiv, das ihn schon lange reizt und das er sich fest vorgenommen hat: Die "Drei Zinnen" bei Großenohe.

Wer einmal in den Kalender hineinspitzen möchte: Alle Motive sind auf Wolfgang Schmidts Internetseite eingestellt. Der Kalender kann zum Stückpreis von 20 Euro im Forchheimer Buchhandel oder direkt im Kunstatelier in der Heroldsbacher Hauptstraße 32 erworben werden. Hier wird um Terminvereinbarung per E-Mail-Anfrage oder unter Telefon 09191/9753253 gebeten. Auch per Post werden die Kalender verschickt.


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