Susanne Fischer ist der lebende Beweis, dass Visionen in Forchheim machbar sind. Die Leiterin des Pfalzmuseums braucht nicht mehr groß über die Zukunft zu sinnieren. Ihre Vision von der Kaiserpfalz hatte sie vor über 20 Jahren - und: "Vieles, was ich mir vorgestellt hatte, ist umgesetzt worden."

Vor 22 Jahren war die Kunsthistorikerin in die Stadt gekommen. Susanne Fischer hatte in Nürnberg am Nationalmuseum gearbeitet. Jetzt erhielt sie in Forchheim einen befristeten Arbeitsvertrag, um das Museum zu inventarisieren. "Mit dem heutigen Pfalzmuseum hatte das nichts zu tun", erinnert sich die 49-Jährige: "Hier gab es nicht mal ein Telefon, keine Putzfrau und ich krabbelte auf dem Dachboden rum." Wo sie einst krabbelte, ist heute fantasievoll die Stadtgeschichte in Szene gesetzt. Diese Abteilung ist quasi das Herzstück von Fischers Museumstraum.

Den begann sie bereits als Studentin zu träumen, als sie ein Jahr lang in Forchheim gewohnt hatte. Schon damals sei ihr "die wunderbare Schönheit des Gebäudes" aufgefallen - "und ich hatte mir überlegt, wie man es gestalten kann". Ein Aha-Erlebnis hatte sie dann in den 80er Jahren in Bern: Das Schweizer Landesmuseum bot all jene modernen museumspädagogischen Raffinessen, die heute auch das Pfalzmuseum prägen.

Vor zwei Jahrzehnten war das Interesse der Politik am Pfalzmuseum eher marginal, erinnert sich die Museumsleiterin. Das begann sich zu ändern, als die Stadt die Pfalz 1989 für 800.000 DM vom Staat erworben hatte.

Von da an entwickelte sich die Kaiserpfalz zum Zugpferd; mittlerweile kommen jährlich 50.000 Besucher. Unter Leitung von Susanne Fischer gelang es auch, die Pfalz als Veranstaltungsort zu entwickeln. So brachte die Museumsleiterin beispielsweise 1996 den vielbeachteten Kunsthandwerker-Markt nach Forchheim. Mittlerweile ist auch das Archäologiemuseum hier beheimatet und regelmäßige Sonderausstellungen sind eine Selbstverständlichkeit geworden.

Heuer, anlässlich des 100. Geburtstages, hat sich Susanne Fischer intensiv mit der Geschichte der Kaiserpfalz beschäftigt. "Rückblickend erscheint es mir manchmal wie ein Wunder, wie schön das Haus geworden ist".

Kleine Visionen hat die Museumsleiterin dennoch: "Die Pfalz muss erhalten, und sie sollte als Kulturzentrum ausgebaut werden." Dazu gehört für Susanne Fischer eine Möglichkeit, den Innenhof bei Konzerten zu überdachen; dazu gehört ein zentrales Depot, um die vier auf die Stadt verteilten Depots zusammenzulegen; und dazu gehöre natürlich mehr Personal. Zwei Frauen mit je einer Halbtagsstelle schmeißen bislang den Laden.

Eine Stelle könne allein damit ausgefüllt werden, die Kaiserpfalz als Veranstaltungsort voranzubringen, sagt Susanne Fischer. Und denkt beispielsweise an die 70 Kindergärten, die sie zuletzt anschrieb, um an die Attraktionen im Museum zu erinnern.