Die Bundesjugendspiele, die jedes Jahr im Juni oder Juli stattfinden, sind eine vom Bundespräsidenten initiierte Sportveranstaltung an deutschen Schulen. Meist finden Wettkämpfe in den drei Disziplinen Weitsprung, Weitwurf und Sprint statt, bei denen die Schüler und Schülerinnen Punkte sammeln. Ab einer bestimmten Mindestpunktzahl erhalten die Kinder als besondere Leistungsanerkennung eine Ehrenurkunde. Alle Ehrenurkunden tragen eine gedruckte Unterschrift des Bundespräsidenten, die Siegerurkunden unterschreibt der Direktor der jeweiligen Schule.

Wie an allen Schulen hat auch Manfred Schneider (61), Rektor an der Volksschule Buckenhofen-Burk, am Ende des letzten Schuljahres Urkunden für die kommenden Bundesjugendspiele bestellt.

Um Planungssicherheit zu schaffen, werden die Urkunden auf Vorrat gedruckt und auf Bestellung der Schulen weitergeleitet. Dabei bleiben immer etliche übrig, da lieber zu viel als zu wenig angefordert wird.

Nach dem überraschenden Rücktritt Horst Köhlers im Mai 2010 und dem Abschied Wulffs passierte es zum zweiten Mal, dass Ehrenurkunden ungültig wurden. Denn die Schulen dürfen nur Urkunden mit der Unterschrift des amtierenden Bundespräsidenten herausgeben. Die Entscheidung, was jetzt mit den Urkunden geschehen soll, trifft die Schulleitung.

Nun liegen unzählige Ehrenurkunden im Büro des Direktors Schneider. Er wird sie entweder als Schmierpapier verwenden oder im Reißwolf vernichten, wie er erklärt.