Wenn Wolfgang Nowski Feierabend hat, dann komm zuerst einmal sein Garten. Das Abendessen muss dann warten. Erst vor zwei Jahren hat der selbstständige Schreiner angefangen seinen Garten anzulegen. Damals musste der Holzlagerplatz der Blütenpracht weichen.

"Wenn ich bei Kunden bin, schaue ich mir gern ihre Gärten an", verrät der 63-jährige Hobbygärtner, "da kriege ich viele Anregungen." Oft kommen die Pflanzen aber auch zu ihm. "Die Hälfte der Blumen habe ich geschenkt bekommen", erzählt er, "meistens haben sie bei ihren Besitzern den Kopf hängen lassen. Ich werfe eine Pflanze aber nicht gleich weg, sondern verpflanze sie mehrfach. Erst, wenn es ihr offenbar nirgends gefällt, werfe ich sie weg."

"Ja, er rettet die Pflanzen", sagt auch seine Nachbarin Kerstin Spengler, die gerne mit den Nowskis den Garten genießt. Manchmal hilft sie auch beim Gießen.

Besonders stolz ist Nowski auch auf seine Brunnen. Da hat sein Sohn, der Steinmetz ist, ein Loch durchgebohrt, damit er die Leitung durch legen kann. Außerdem bietet der Garten vielen Tieren ein Zuhause. "In unserem Lebensbaum sind bestimmt 20 Vogelnester", erzählt Nowski. Da fliegen dann oft die Vögel raus und trinken aus dem Brunnen. Nowski findet es wichtig, dass ein Garten verschiedenen Tieren einen Lebensraum gibt. So bleibe alles im Gleichgewicht.

"Es hängt schon enorm Arbeit an so einem Garten", erzählt er, "man kann nicht vier Wochen nichts machen, sonst kommt man nicht mehr nach, wenn man aber kontiuierlich etwas macht, dann ist das gar nicht so aufwändig.." Am liebsten mag Nowski Pentuien. "Man sieht es auch in meinem Garten. Die haben es mir echt angetan." Aber auch auf den Herbst freut er sich, dann werden die Gottesaugen durch Stiefmütterchen ersetzt.
Um Wasser zum Gießen zu bekommen, läuft der Mann aus Unterleinleiter mit seiner Gießkanne einfach über die Straße. Dort fließt die Leinleiter. "Es ist okay, wenn man da mit der Gießkanne Wasser holt", sagt er, "aber wer mehr Wasser braucht, muss das absprechen. Vor allem, wenn es so heiß ist, wie in diesem Sommer."


Ständig etwas Neues

Erst in den letzten drei Wochen hat Nowski einen weiteren Teil hinter seinem Haus zum Garten umgebaut - alles in Handarbeit. Für den Herbst und Winter hat er auch schon Pläne. "Das Dach des Schuppens muss sauber verkleidet werden", erzählt er, "und wir wollen ein Kamineck mit Schwedenofen einrichten, damit man auch an den etwas kälteren Tagen draußen sitzen kann."
Einen besonderen Tipp hat der Hobbygärtner noch für alle, die gerne einen grünen Daumen hätten: "Pflanzen muss man behandeln, wie eine Frau. Sie brauchen viel Liebe und Zeit."