"Stiften ist die schöne Möglichkeit, Spuren in der Zukunft zu hinterlassen." Passender könnte der Slogan der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Forchheim nicht auf den Punkt gebracht werden. Fünf gemeinnützige Institutionen wurden in diesem Jahr von dem Kuratorium der bereits 2006 gegründeten Stiftergemeinschaft ausgewählt, um deren angemeldete Projekte zu fördern und zu unterstützen. In diesem Jahr wurden 15 Einrichtungen und Projekte bedacht, für die insgesamt 108000 Euro ausgeschüttet wurden.

Freuen durfte sich der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) gleich zweimal. Lisa Hoffmann nahm im Auftrag des ambulanten Pflegedienstes den Scheck entgegen und freut sich, dass die Pflegekräfte alle mit einheitlicher Dienstkleidung ausgestattet werden können. Zum anderen wurde ein größerer Betrag an das Projekt "Erlebnistage für Kinder aus belasteten Familien" ausgeschüttet.

Des weiteren wurde der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Regionalverband Forchheim, vertreten durch Geschäftsführer Walter Horsch und Frau Karin Fenzl, für den Besuchshundedienst bedacht. Der Betrag soll in die Fortbildung von Mitarbeitern und deren Hunde fließen. Die Gespanne leisten in Seniorenheimen, in der Tagespfläge oder Behinderteneinrichtungen eine wirklich wertvolle Arbeit.

1300 Kunden nutzen Sozialladen

Fördergeld bekommt daneben auch die Caritas für die Qualitätssicherung und Instandhaltung des ökonomischen Sozialladens in Forchheim, der auch als Location für die Mittelübergabe der Sparkasse diente. Der Einkaufsmarkt wird inzwischen von rund 1300 Bürgern mit Berechtigungskarte genutzt und sehr gut angenommen. Umliegende Supermärkte und Discounter beliefern den Laden mit übrig gebliebenen Lebensmitteln, welche dann sehr günstig an die sozial Schwächeren abgegeben werden. Die Macher freuen sich darauf, mit dem Fördergeld etwas neuen Schwung in den Laden zu bringen, zum Beispiel durch neue Wandfarbe oder Regale.

Zu guter Letzt ging ein Teil des Stiftungserlöses in die Aktion "Weihnachten für alle 2019" der Kreisarbeitergemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Forchheim. Alle gemeinnützigen Einrichtungen, Vereine und Verbände im Landkreis haben sich zusammengetan, um 511 Kindern aus bedürftigen Familien eine kleine Freude zu Weihnachten zu machen.

Die Stiftergemeinschaft der Sparkasse setzt sich aus 26 Stiftungen mit einem Grundstockvermögen von rund 2,8 Millionen Euro zusammen. Neben den Namensstiftungen existieren fünf Themenstiftungen: die Welcome-Stiftung der Caritas, die Kreisjugendring-Stiftung Forchheim, die Chorakademie des fränkischen Sängerbundes sowie die Bürgerstiftungen Eggolsheim und Dormitz.

Der Stiftungsbeauftragte, Oskar Heberlein, und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Forchheim, Ewald Maier, wollen mit ihrer Stiftergemeinschaft bewusst wieder in den Fokus rücken. Viele Menschen hätten erkannt, wie bedeutsam es sei, bürgerschaftliches Engagement zu zeigen. Nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern auch auf andere. Denn gemeinnützige Stiftungen mit den unterschiedlichsten Zweckbestimmungen seien wichtige Instrumente zur dauerhaften regionalen Wertschöpfung. Vor Ort könne so viel getan werden. Öffentliches Gesundheitswesen, Jugend- und Altenhilfe, Bildung und Ausbildung, Heimatpflege, Feuerschutz oder Rettung aus Lebensgefahr.

In guter Erinnerung bleiben

Letztlich habe jeder Stifter seine eigenen, ganz individuellen Gründe, um seine Stiftung zu errichten. Oft sind keine Angehörigen da, die etwas erben könnten, oder sie wollen auf Grund eines erlittenen Schicksalsschlages und der daraus gewonnenen Hilfe auch anderen helfen. Auch der Erhalt des Namens und die bleibende Erinnerung an den Stifter können ein Grund sein.

So wie bei den Eheleuten Rainer und Ottilie Herrnleben. Die beiden engagieren sich seit seit zehn Jahren in ihrer Sozialstiftung: Rainer Herrnleben war 42 Jahre im Stadtrat, 42 Jahre im Kreisrat und sechs Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Forchheim. Die beiden waren früher schon immer sozial und ehrenamtlich sehr engagiert, und dachten lange darüber nach, wie sie sich einbringen könnten.

Ottilie Herrnleben verzichtete auf eine Kreuzfahrt, die so gesparten 25 000 Euro dienten als Startkapital für die Stiftung. Ihnen war es immer wichtig, als Botschafter zu agieren und etwas Gutes zu tun. Bis heute sind sie noch jedes Jahr bei der Mittelübergabe mit anwesend.

Spenden sind willkommen

Erwähnt werden sollte auch noch die "Pfarrer-Wolfgang Kuntze Stiftung" für junge Familien in Not im Landkreis Forchheim", die im Sommer 2012 von einem pensionierten Pfarrer aus Weißenohe gegründet wurde. Kunze bringt eigene Mittel ein, wirbt aber auch um Spenden, die dem Stiftungszweck zugeführt werden können. Die Stiftung fördert bedürftige Familien mit Kindern bis zu drei Jahren.

Ganz besonders in dieser frühen Lebensphase benötigen Kinder die elterliche Zuwendung und das familiäre Umfeld. Ein Antrag auf eine Zuwendung aus der Stiftung kann beim Caritasverband gestellt werden. Im Jahr 2018 schüttete de Pafarrer-Kunze-Stiftung für diesen Zweck 5580 Euro aus.