Die Wissenschaftseinrichtung der SS, das sogenannte Ahnenerbe, ist eine bis heute geheimnisumwitterte Organisation. In über 50 Forschungsstätten wurde zu Volksliedern und Märchen geforscht, wie zu Meteorologie und Tibet-Wissenschaften. Richtig bekannt wurde das Ahnenerbe jedoch nach dem Krieg durch sein 1942 gegründetes Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung.

Die Medizinverbrechen und Menschenversuche an Häftlingen wurden vor allem im Nürnberger Prozess bekannt gemacht, um die Grausamkeit des NS-Regimes zu belegen. Die Struktur der Einrichtung, die wissenschaftlichen Zielsetzungen der einzelnen Abteilungen und auch die meisten der Handelnden blieben im Dunkeln.

Hunderttausende Dokumente

Nun hat der Straßburger Historiker Julien Reitzenstein die erste Gesamtdarstellung des Instituts für wehrwissenschaftliche Zweckforschung vorgelegt.