Es ist ein Pilotprojekt, das die Feuerwehr Kirchehrenbach nun mitten im zweiten Lockdown gestartet hat und das es ohne die Corona-Krise nicht gäbe. Die Feuerwehr-Grundausbildung kann nicht vor Ort stattfinden und ist deshalb per Videokonferenz angelaufen. Sechs zukünftige Feuerwehrleute beteiligen sich an diesem Projekt, in dem das Basismodul der modularen Truppmannausbildung gelehrt wird.

Vollständig ersetzen kann die Online-Alternative reale Übungen natürlich nicht. Der Kommandant Sebastian Müller hofft, das man sich ab März wieder zu Übungen am Feuerwehrhaus treffen kann. "Wir wollen ganz einfach die Zeit nicht unverrichteter Dinge verstreichen lassen", erklärt Müller das bisher einmalige Projekt. Solange kein gewohnter r Ausbildungsbetrieb möglich ist, nutzen die Feuerwehrleute die Zeit für die theoretischen Themen des Basismoduls, allerdings nicht im Lehrsaal, sondern vor dem heimischen Computer .

Der Ausbilder

Hier sieht auch der Ausbilder und Lehrgangsleiter Matthias Weiß große Möglichkeiten. Es sei zwar für die Teilnehmer wie die Ausbilder eine völlig neue Situation, sich nicht im Lehrsaal gegenüberzustehen, aber im Zuge der Digitalisierung könne man wir jetzt einen neuen Schritt wagen. "Das Löschen müssen wir aber nach wie vor mit echten Schläuchen trainieren", fügt Ausbilder Weiß hinzu.

Es ist das erste Mal, zumindest im Landkreis Forchheim, dass eine Feuerwehr-Grundausbildung auf diesem Weg begonnen wird. Luisa Prell, Max Dietz und Felix Hack aus der eigenen Jugendfeuerwehr werden jetzt mit den Feuerwehrneuligen Patrick Farr, Leon Gebhardt und Marcel Gebhard zu neuen Feuerwehrleuten ausgebildet. Farr und die beiden Gebhardts kamen durch die Werbeaktion "Wir-für-Kirchehrenbach" hinzu. Mitte nächsten Jahres sollen die sechs "Azubis" dann die Ausbildung abschließen.

Digitale Möglichkeiten für die Feuerwehr

Alle diese digitalen Möglichkeiten ersetzen das persönliche Zusammenarbeiten, Kennen- und Dazulernen nicht, meint Kommandant Müller. Darüber sich die Verantwortlichen der Wehr im Klaren. "Aber den Kopf in den Sand stecken kommt auf keinen Fall in Frage", betont Müller.

Auch die Kreisbrandinspektion Forchheim ist über das Projekt "Online-Basismodul" informiert worden. Da nicht abzusehen ist, unter welchen Vorgaben der reguläre Übungsbetrieb wieder anlaufen kann und die virtuelle Ausbildung erst einmal getestet wird, findet dieses Basismodul nur für Kirchehrenbacher Ehrenamtlichen statt. "Sonst probt und lernt man immer mit Feuerwehrleuten der Nachbarwehren zusammen", berichtet Sebastian Müller. Dies ist derzeit aber ebenso wenig möglich.