Der 58-jährige Mann aus dem Landkreis Forchheim, der sich in Bamberg wegen 20-fachen sexuellem Missbrauch eines Kindes zu verantworten hatte, muss für neun Jahre ins Gefängnis. Die Zweite Strafkammer des Landgerichts verhängte gegen den Mann darüber hinaus eine anschließende Sicherungsverwahrung.
Für das Urteil war wohl auch die Aussage des Gutachters Christoph Matern ausschlaggebend, der dem Mann eine pädophile Grundeinstellung bescheinigt hatte, die nicht heilbar, aber beherrschbar sei. Für das Urteil bedeutsam war ferner das umfassende Geständnis, das der Mann im März diesen Jahres abgelegt hatte.


Ein "Hilfeschrei"



Ausgelöst war es wohl auch durch den "Hilfeschrei" gewesen, den das 1998 geborene Mädchen seinem Tagebuch anvertraut hatte - in einer Weise, dass es gelesen werden musste und von der Mutter auch gelesen wurde. Dies brachte den Stein ins Rollen und zog polizeiliche Ermittlungen nach sich, die im März 2012 zu dem Geständnis des Mannes führten.

Der Spätaussiedler aus Mähren hatte das Mädchen freitags ganz für sich allein, da dessen Mutter in dieser Zeit arbeiten musste. Für sie wurde es fast zur Gewohnheit, da sie die Gesellschaft des Mannes suchte, obwohl dies meist zum Geschlechtsverkehr führte. Belastet hat sie dies aber doch. "Es hat sie sehr mitgenommen", führte Richter Manfred Schmidt aus, "und sie wurde in der Schule zusehends schwächer." Nachgewiesen wurden ihrem Peiniger ein sexueller Missbrauch und 19 Mal Geschlechtsverkehr.

Das Gericht bescheinigte dem Mann eine "dissoziative Persönlichkeitsstörung", da er seit 2003 keiner Arbeit nachging, ständig in seiner eigenen Welt lebte und sich als Hausmann um die Kinder kümmerte. Sein Hang zu sehr jungen Mädchen wurde schon deutlich, als er am Vortag zu seinem Leben befragt worden war. Dabei fiel auf, dass die 48-jährige Frau, auf die er sich eingelassen hatte, zwei Töchter in einem Alter von rund acht Jahren hatte.


Über einen langen Zeitraum



"Die Taten erstreckten sich über einen langen Zeitraum", so der Richter, "sie haben damit das Vertrauen des Kindes missbraucht, aber auch das der Mutter, die ihm die Kinder anvertraut hatte. Da brechen echte Lebensbilder zusammen."

Von 2004 bis 2007 habe sich der Mann wegen seiner Pädophilie in Erlangen in eine Therapie begeben, wo ihm bescheinigt wurde, die Behandlung sei erfolgreich abgeschlossen. "Dem Therapeuten kann man aber daraus keinen Vorwurf machen", schränkte Richter Schmidt ein, "denn in solchen Fällen wirkt man im nächsten Moment geheilt, um dann im nächsten wieder rückfällig zu werden."

Das Gesetz lasse dem Gericht für die Sicherungsverwahrung einen Ermessensspielraum. Doch den drei darin genannten Alternativen habe der Mann in allen Fällen standgehalten. Der Richter verfügte, dass der bestehende Haftbefehl aufrecht erhalten bleibt: "In absehbarer Zeit werden Sie wohl nicht mehr in Freiheit kommen."