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Wirtschaft

VR Bank Bamberg-Forchheim: Vorjahresrekord trotz Krise überboten

Ungeachtet der Corona-Pandemie hat sich das Geschäft der VR Bank Bamberg-Forchheim nach der Fusion positiv entwickelt. Allerdings fühlt sich die Bank zur "sukzessiven Einführung von Verwahrentgelten" gezwungen.
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Das Thema Beratung ist in Corona-Zeiten bei der VR-Bank Bamberg-Forchheim noch mehr in den Vordergrund grückt. Foto: Josef Hofbauer
Das Thema Beratung ist in Corona-Zeiten bei der VR-Bank Bamberg-Forchheim noch mehr in den Vordergrund grückt. Foto: Josef Hofbauer

Die VR Bank Bamberg-Forchheim eG blickt nach ihrer Fusion auf ein erfolgreiches erstes Geschäftsjahr mit Rekordwachstumsraten zurück. Das Kundenvolumen wuchs in 2019 auf 4329 Millionen Euro. "Stolz" ist die Bank nach eigener Mitteilung darauf, dass sie "trotz der Anstrengungen der Fusion 280 Millionen Euro neue Kredite zusagen konnte und das Anlagevolumen der Kunden über 250 Millionen Euro wuchs".

Wegen der Corona-Situation wurden die Vertreter mit digitalen Informationsveranstaltungen über die Geschäftsentwicklung und aktuelle Herausforderungen informiert. Die Vertreterversammlung selbst wurde auf das vierte Quartal 2020 verschoben.

Der Aufsichtsrat hat daher auf Basis der Covid-19 Gesetzesgrundlage, stellvertretend für die Vertreterversammlung, den Jahresabschluss 2019 genehmigt. Auf der Vertreterversammlung soll dann auch über die Verwendung des Jahresüberschusses entschieden werden. Die Entscheidung hierüber hat die Bank unter Berücksichtigung des nachhaltigen Appells der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf die im Herbst stattfindende Vertreterversammlung verschoben. Aufgrund des Ergebnisses im Geschäftsjahr 2019 und der soliden Eigenkapitalausstattung hatte der Vorstand und der Aufsichtsrat der VR Bank vorgesehen, der Vertreterversammlung eine "angemessene Dividende" zur Auszahlung vorzuschlagen, obwohl das Jahresergebnis 2019 natürlich durch das niedrige Zinsniveau weiter belastet war.

Erfreulich aus Sicht der Bank: Insbesondere in den ersten Monaten des Jahres 2020, jetzt auch wieder nach der sukzessiven Lockerung, sei "die Kreditnachfrage ungebrochen".

Neuer Rekord

Die Kreditzusagen sind (per 30. Mai) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem die Bank ein Rekordkreditwachstum hatte, um nochmals 25 Millionen Euro gestiegen. Auch die Nachfrage nach Investmentanlagen konnte weiter deutlich ausgebaut werden. "Kunden fragen verstärkt nach alternativen Anlagen zu den klassischen Bankeinlagen wie Immobilienfonds, Aktienfonds oder auch Mischfonds", teilt die Bank mit. Deutliche Spuren habe die Corona-Krise hingegen in den Dienstleistungsbereichen wie Bausparen und Versicherungen hinterlassen. "Trotz der Rückgänge erwarten wir, auch durch die ersten Synergieeffekte aus der Fusion, ein stabiles Ergebnis", freut sich Vorstandsvorsitzender Gregor Scheller.

Das Jahr 2020 stelle die VR Bank aufgrund der Corona-Krise vor besonders schwierige Aufgaben. Die zur Stützung der Wirtschaft seitens der Zentralbank initiierte "massive Geldmengenausweitung" werde das ohnehin fallende Zinsniveau weiter niedrig halten und noch weiter fallen lassen. Die Bank sei daher gezwungen, eine hohe Kostendisziplin zu halten und sich mit einer "sukzessiven Einführung von Verwahrentgelten" zu beschäftigen. Zudem hat die aus der Corona-Krise entstandene wirtschaftliche Situation dazu geführt, dass bislang rund 850 Kunden Tilgungsaussetzungen beantragt haben. Wie stark sich darüber hinaus die Corona-Krise auf Privat- und Firmenkunden der VR-Bank Bamberg-Forchheim auswirkt, sei derzeit nicht absehbar.

"Wir haben von Beginn der Krise an unsere Firmenkunden zielgerichtet unterstützt und beraten, insbesondere hinsichtlich staatlicher Fördermittel. Wir hoffen, dass sich nun die schrittweisen Lockerungen des Geschäftslebens und das Firmenkundenprogramm positiv auswirken", konstatiert der Vorstandsvorsitzende Gregor Scheller.

Mit ihrer gewachsenen Struktur in den 38 Filialen im Raum Bamberg-Forchheim legt die VR Bank Bamberg-Forchheim eG als Regionalbank besonderen Wert auf die individuelle Beratung vor Ort. "Im Zuge der strukturellen Veränderungen durch unsere Fusion haben wir im gesamten Geschäftsgebiet 17 Filialbereiche gebildet", erläutert Gregor Scheller das Konzept. "Mit Filialleitern aus der Region erreichen wir so direkt vor Ort eine hohe Kompetenz und kurze Entscheidungswege für unsere Kunden.

Wie wichtig die Verbindung von persönlicher Nähe und digitalen Dienstleistungen sei, habe sich gerade in der Corona-Krise gezeigt. "Die Nachfrage nach digitalen Bankdienstleistungen steigt und individuelle Beratung ist auch völlig unabhängig von den Serviceöffnungszeiten gefragt", beobachtet Joachim Hausner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und zuständig für das Privatkundengeschäft. "Zahlreiche ausführliche Kundengespräche wurden per Telefon oder zu individuell vereinbarten Zeiten durchgeführt", berichtet er mit Blick auf die vergangenen Monate.

Optimistischer Blick

Die VR Bank will daher ihre "maßgeschneiderte individuelle Beratung der Kunden weiter ausbauen" und mit ihrem Filialbereichskonzept ihre Position als Regionalbank mit verlässlichen Ansprechpartnern vor Ort stärken. "Das gewachsene Vertrauen unserer Kunden lässt uns, trotz aller Herausforderungen im wirtschaftlichen Umfeld, optimistisch auf das weitere Geschäftsjahr 2020 blicken", resümiert Vorstandsvorsitzender Gregor Scheller.