Tilman Kiesel aus Kirchehrenbach studiert an der Universität Erlangen-Nürnberg Geografie mit Schwerpunkt Klimafolgenforschung. Die Umwelt liegt ihm am Herzen - ein Grund, warum er sich für dieses Studienfach entschieden hat. "Ich verbinde damit schon irgendwie Hobby und Wissenschaft", sagt der 27-Jährige lachend. Aktuell befindet er sich deshalb auch auf der UN-Klimakonferenz in Paris - als Vertreter des Jugendbündnisses Zukunftsenergie.


Nicht nur treffen, auch sprechen

"Wir haben dort einen Beobachter-Status", erzählt Kiesel, "aber wir versuchen natürlich Einfluss zu nehmen." Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) sind Gesprächspartner des Jugendbündnisses Zukunftsenergie. Bei Gesprächen mit diesen Politikern können die Delegierten um Tilman Kiesel auch mal aus der Beobachterrolle ausbrechen und sagen, was sie denken.
"Für mich als jungen Menschen geht es auf der Klimakonferenz in Paris um nicht weniger als die Zukunft meiner Generation. Ich fahre nach Paris, weil ich mich für effektiven Klimaschutz einsetzen möchte, der die globale Erwärmung auf zwei Grad begrenzt", sagt der 27-Jährige, "ich will einfach, dass die Politiker auch die Sichtweise der jungen Generation zu hören kriegen."
Er sieht es als Privileg an, bei der Kilmakonferenz dabei zu sein. Während der zweiwöchigen Verhandlungen soll ein Abkommen beschlossen werden, das Rahmen und Regeln der internationalen Klimapolitik für die nächsten Jahrzehnte absteckt. Die Konferenz dauert vom 30. November bis zum 11. Dezember. Tilman Kiesel ist bis zum 6. Dezember dort. Erstmals haben schon im Vorfeld über 160 Staaten ihre Klimaschutzpläne verkündet. Etwa 90 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen sind durch diese Ziele abgedeckt, erklärt Kiesel.


Erste Auseinandersetzung?

Die Ausarbeitung dieser Ziele bedeutet in vielen Entwicklungsländern, dass sich Regierungen erstmals tiefgreifend mit Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel auseinandersetzen. Die Klimakonferenz von Paris zeigt nach Meinung des 27-jährigen Studenten schon im Voraus Wirkung.
"Doch auch wenn die globale Erwärmung auf zwei Grad begrenzt wird, wird der Klimawandel die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen zerstören", sagt Kiesel. In Paris geht es auch darum, den Menschen zu helfen, sich an die Schäden durch den Klimawandel anzupassen, betont der Kirchehrenbacher.


Verhinderungen der Folgen

"Schon heute zwingt der Klimawandel, Menschen ihre Heimat zu verlassen. Er könnte die größte Flüchtlingskatastrophe seit dem zweiten Weltkrieg produzieren. Ziel muss es sein, ein Abkommen zu liefern, das die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindert. Mit Bundesminister Müller werden wir zudem diskutieren, wie den Menschen geholfen wird, die besonders hart vom Klimawandel getroffen werden", erzählt Tilman Kiesel.
Informationen über das Jugendbündnis und Blogeinträge aus Paris finden Sie im Internet auf www.zukunftsenergie.org.