Die Gemeinderäte von Dormitz hatten in ihrer Juli-Sitzung entschieden, die Sanierung und den barrierefreien Ausbau der Bushaltestelle am Brandbach nicht gleichzeitig mit der Brückensanierung in der Hauptstraße durchzuführen, sondern zugunsten anderer Projekte zu verschieben. Im Zuge des Brückenneubaus hat sich die Verkehrsführung für die Radfahrer nun aber deutlich verschlechtert.

Nach Abschluss der Brückenerneuerung durch das Staatliche Bauamt Bamberg ist die Situation weiterhin ungünstig, trotz Beschilderung und Warnhinweisen. Das Bauamt machte bei einem Besprechungstermin mit der Gemeinde deutlich, den Radweg vorerst nicht bis zur Querungshilfe weiterführen zu wollen, sondern erst im Rahmen eines barrierefreien Bushaltestellenausbaus. Planung, Ausschreibung und Vorgaben müssten federführend von der Gemeinde durchgeführt werden. Das Staatliche Bauamt übernehme seinen Kostenanteil für die Staatsstraße durch einen Vertrag und fünf Prozent der Bausumme als Ingenieurkosten.

Das Landratsamt Forchheim will an den vier Bushaltestellen im Ort elektronische Fahrgastanzeiger in Höhe von 60.000 Euro aufstellen. Eine Kostenschätzung für die Erleinhofer und Raiffeisenstraße beläuft sich auf etwa 200.000 Euro. Sollte sich dadurch eine Verbesserung der Verkehrssituation ergeben, wäre eine Förderung zwischen 50 bis 80 Prozent möglich, erklärte Bürgermeister Holger Bezold (FW). Das Gremium beauftragte den Bürgermeister, Angebote von Planungsbüros einzuholen, die Fördermöglichkeiten zu klären und eine Kostenvereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt vorzubereiten.

Solarpark mit 4:8 abgelehnt

Mit 4:8 Stimmen bei namentlicher Abstimmung lehnte der Gemeinderat den Abschluss eines städtebaulichen Vertrags mit der Gesellschaft Greenovativ zur Schaffung einer Photovoltaikfreiflächenanlage ab. Christoph Schmitt (CSU) verhehlte nicht, dass er ein "absoluter Verfechter solcher Anlagen" sei. Er hätte das befürwortet, da er für die Gemeinde Gewerbesteuereinnahmen sieht, wenn auch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Bürgermeister Bezold gab zu bedenken, dass man sich mit einer Zustimmung eine Erweiterung von Wohnbebauung im Westen von Dormitz für die nächsten 30 Jahre verbaut hätte, wobei sich auch die Frage stelle, ob es städtebaulich gewünscht sei. Das Gemeindegebiet umfasst lediglich 4.570.000 Quadratmeter. Die Planung für den Solarpark würde mit 33.500 Quadratmetern einen nicht unerheblichen Teil des Gemeindegebietes umfassen.

Schmitt hinterfragt Kindergarten-Bedarf

Im Dezember 2019 hatte der Gemeinderat in Dormitz der Planung zum Kindergartenneubau inklusive Obergeschoss und einer weiteren Gruppe zugestimmt und im Juni die Beauftragung des Architekten entsprechend angepasst. Die daraufhin ausgearbeiteten Pläne durch das Architekturbüro genehmigte der Gemeinderat im Juli. Die Plangestaltung, so Bürgermeister Holger Bezold, orientiere sich an den förderrelevanten Forderungen und berücksichtige die zukünftige Erweiterungsmöglichkeit für Mehrzweckraum, Büro, Lagerflächen sowie weiterer Räume, damit der Kindergarten zweigeschossig errichtet werden kann. Insgesamt entstehen so 679 Quadratmeter Grundfläche.

"Mit Weitsicht planen"

"Wir wollen mit Weitsicht den Kindergarten planen und bauen, damit wir, wenn der Bedarf weiter steigt, noch Reserven haben", erklärte der Bürgermeister. Die Gesamtkosten belaufen sich auf circa 3,7 Millionen Euro.

Eine längere Diskussion verursachte Gemeinderat Christoph Schmitt (CSU), der die Pläne der Regierung und den Bedarf in Frage stellte. "Ich halte die Planung für unseriös", sagte Schmitt. Bürgermeister Bezold wies darauf hin, dass die Pläne mit der Kitaleitung, der Fachaufsicht beim Landratsamt, der Behindertenbeauftragten und der Regierung von Oberfranken abgestimmt wurden. Geschäftsleiter Nicky Weber verteidigte die Planung: "Mit dem anerkannten Bedarf bei der Regierung von Oberfranken stehen wir voll in Einklang." Bezold fügte hinzu: "Ich vertraue dem Architekten, der Fachaufsicht und der Regierung von Oberfranken, die den Bedarfsanerkennungsbeschluss bestätigten." Bedauerlich sei nur, dass mit dieser Diskussion die Arbeit von Fachleuten infrage gestellt werde.

Es sei laut Bezold für die kommenden Jahre die größte Investition in der Gemeinde. Hinsichtlich der Finanzierung hofft Gemeindekämmerin Ursula Lauterbach auf großzügige Zuwendungen aus dem Förderprogramm, da anhand des Bedarfs nur 491 Quadratmeter förderfähig sind. Der Gemeinderat beschloss mit 11:2 Stimmen, einen Bau- und Förderantrag zu stellen. Ebenfalls mit 11:2 Stimmen billigten die Räte das Vorhaben zum Neubau der Kindertagesstätte an der Sebalder Straße.

Die Außenanlagen

Für das Vorankommen der Planung ist es erforderlich, auch die Außenanlagen fachgerecht zu planen. Insgesamt umfassen die Außenanlagen circa 2300 Quadratmeter. Die Verwaltung hatte dazu drei Angebote bei Landschaftsarchitekten abgefragt. Der Gemeinderat beauftragte den Landschaftsarchitekten Bernard Lorenz aus Nürnberg mit den Leistungsphasen 1 bis 4 zur Planung von Außenanlagen bei angesetzten Baukosten in Höhe von 200 000 Euro - Abstimmungsergebnis 11:2.