Bereits vor vier Jahren passierten mehr als 44 000 Fahrzeuge täglich Forchheim zwischen den Autobahnausfahrten Nord und Süd. Im Jahre 1990 hatten die Mitarbeiter der Autobahndirektion Nord noch 27 573 Fahrzeuge innerhalb 24 Stunden gemessen.

Auch wenn die Blechlawine inzwischen fast doppelt so groß sein dürfte, wie Stadträte quer durch die Fraktionen anmerkten, spielt das in den Planungen der Direktion keine Rolle. Die Lärmbelästigung sei so massiv, dass die Erweiterung der Schutzmaßnahmen sowieso das höchste Maß erreicht hätten, sagte Baudirektor Wolfgang Lukas am Donnerstag im Stadtrat. Der konnte sich bei der Vorstellung der Pläne zurücklehnen. Denn die Voraussetzungen für die Kostenübernahme haben sich nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2007 geändert. Im Falle Forchheims muss nun allein der Staat für die Verbesserung des Lärmschutzes aufkommen. Und die Kosten gehen in die Millionen.

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"Die Maßnahmen werden
die derzeitige Situation
gewaltig verbessern."

Wolfgang Lukas
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Hatten 2004 nach den Messungen nur 49 Gebäude auf der Ostseite und ein Gebäude auf der Weststeite der Autobahn Anspruch auf einen Lärmschutz, sind es nun 271 Gebäude auf der Ostseite und 57 auf der Westseite.
"Die große Anzahl wirkt sich natürlich auf die Schutzmaßnahmen aus", sagte Lukas. Auf einer Länge von 3500 Metern plant die Direktion auf der Ostseite der A 73 eine 8,5 Meter hohe Lärmschutzwand. Auf der Westseite schlagen die Planer auf 1700 Metern eine sieben Meter hohe Wand vor. Zusätzlich soll zwischen der Ausfahrt Nord und der Truppachbrücke grobporiger Asphalt, so genannter "Flüsterasphalt", aufgebracht werden.
Wie Lukas sagte, könne durch diese Schutzmaßnahmen die Lärmbelästigung auf der Ostseite um mehr als elf Dezibel und auf der Westseite um immerhin fast sechs Dezibel gesenkt werden. Allerdings müssen sich die Forchheimer noch gedulden. Da erst noch der Bund zustimmen muss und dann unter anderem auch noch die Anwohner gefragt werden müssen, wird es noch dauern. Lukas rechnet mit dem Baubeginn in der zweiten Hälfte des Jahres 2011. Die Bauzeit veranschlagte er mit rund zwei Jahren. In diesem Zeitraum wird es zu erheblichen Behinderungen kommen, weil die Autobahn nur einspurig genutzt werden könne.
Lukas verneinte die Nachfrage aus dem Rat, ob denn nicht ein zusätzlicher Lärmschutz durch eine Geschwindigkeitsbeschränkung möglich sei. Auch aus Gründen der Verkehrssicherheit sehe er in Forchheim keine Chance, die Geschwindigkeit abszusenken.