Mucksmäuschenstill sitzen die Kinder der Martinschule Forchheim in ihrer Turnhalle. Gespannt und mit großen Augen lauschen sie den klaren Tönen aus einem golden schimmernden Musikinstrument. "Wisst ihr, was das für ein Blasinstrument war?", fragt Peter Knudsvig, Mitglied des Bläser-Quintetts "Rekkenze Brass". "Das ist eine Piccolo Trompete. Sie gehört zu der Familie der Blechblasinstrumente und erzeugt einen Ton, wenn man das Instrument zum Schwingen bringt", erklärt der Musiker. Daraufhin stimmt er ein altbekanntes Lied an, um das Instrument vorzuführen: die Melodie von Pipi Langstumpf, bei der die Grundschüler sofort beginnen, im Takt mitzuklatschen.

"Ein Gefühl für Musik haben die Kinder schon in jungen Jahren. Durch unsere Auftritte versuchen wir, die Kleinen mit klassischen Stücken in Kontakt zu bringen und die Neugierde zu erwecken.
Eventuell auch die Kinder zum erlernen eines Musik-Instrumentes zu motivieren", erzählt der Tubist Rainer Streit.


"Rekkenze" steht für Hof

Die Formation "Rekkenze Brass" besteht aus fünf Solo-Künstlern aus den USA, der Schweiz und Deutschland, die sich bei den Hofer Symphonikern gefunden haben. Der Name "Rekkenze" ist eine altslawische Bezeichnung für eine Dorfsiedlung, aus der die Stadt Hof hervorgegangen ist.

Die Formation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern die Blechblasmusik und die Klassik näher zu bringen. Zum Beispiel durch den Choral "Wunderbarer König" von Johann Sebastian Bach, den sie kinderfreundlich aufbereitet haben. "Wir versuchen, immer sehr auf dem Geschmack der Kinder einzugehen, in dem wir immer mal wieder was Neues in unser Programm aufnehmen und die Reaktionen der Kinder beobachten", erklärt der Tuba-Spieler.


Musik von allen Seiten

Dieses Konzept scheint aufzugehen, denn bei den Klangexperimenten, die das Quintett mit den Martinschülern macht, sind alle ganz begeistert bei der Sache. Um die Musik intensiver wahrnehmen zu können, verteilen sich die Musiker im Raum und beschallen die Kinder von allen Seiten. Um die Wirkung noch zu steigern, setzt sich der Tubaspieler in die Mitte der Kinderreihen und gibt die tiefen Töne zum Besten. "Ich habe eine Aufgabe für euch", sagt Peter Knudsvig. "Ihr setzt euch alle bequem und entspannt hin, schließt die Augen und lauscht der Musik."

Bei den sanften Tönen, die nun durch den Raum schweben, beginnt sich eine harmonische Stimmung auszubreiten. Als die Töne abklingen, entspannt sich ein kleiner Junge und reckt und streckt sich passend im Takt. "Warum hast du diese Bewegung gemacht?", fragt der Trompetenspieler. "Ich wurde einfach von der Musik verzaubert und mitgerissen. Das war ein tolles Gefühl", meint der Junge.