Die oberfränkische Beteiligungsquote war beim 25. Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" wieder die höchste in Bayern. Wie Regierungspräsident Wilhelm Wenning (CSU) bei der Abschlussfeier im Bezirksentscheid in der Dr.-Stammberger-Halle in Kulmbach herausstellte, hatte Oberfranken mit 116 Orten auf Landkreisebene allein 50 Teilnehmer mehr als der Zweitplatzierte, die Nachbarn aus der Oberpfalz.

Daraus sind fünf Goldmedaillen, neun Silber- und fünf Bronzemedaillen hervorgegangen. Im Landkreis Forchheim wurde Weigelshofen (Markt Eggolsheim) mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Den Ehrungsmarathon - es wurden 19 Orte ausgezeichnet und drei Sonderpreise vergeben - umrahmten die Wiesenttaler Musikanten musikalisch.


1961 hieß das Motto noch "Unser Dorf in Grün und Blumen". In den 90er-Jahren veränderte sich der Wettbewerb unter dem Motto "Unser Dorf hat Zukunft" zu einem Wettbewerb, der alle Aspekte des Dorfes, seiner Bewohner und der Umgebung erfasst. Während es früher fast schon genügte, sich mit Sommerblumen, Stauden und der Organisation von dörflichen Arbeitseinsätzen auszukennen, sind heute die Anforderungen an eine erfolgreiche Teilnahme sehr viel höher geworden, wie der Regierungspräsident betonte.

Gleichzeitig werde aber auch sehr viel mehr bewegt in den Orten und die Ergebnisse können sich sehen lassen.


Gute fachliche Planung

Wenning weiter: "Es werden nicht nur Blumenbeete gestaltet, sondern die ganze Ortsmitte erhält ein neues, freundliches Gesicht. Eines, das zum Ort passt, das alte Bausubstanz und Ensembles genauso erhält und saniert wie den Baumbestand, Brunnen, Bachläufe oder Treffpunkte. Solche Maßnahmen brauchen eine gute fachliche Planung und Begleitung und sie kosten Geld, oft deutlich mehr, als sich ein kleiner Ort selbst leisten kann."

Er lobte die Arbeit der Mitarbeiter und Planer der Dorferneuerung, der Städtebauförderung sowie der Gemeinden und deren Bauämter. Und eine ganz wichtige Funktion haben die Kreisfachberater und Denkmalpfleger und ohne engagierte Kommunalpolitiker würde es überhaupt nicht funktionieren.


Zu viel Bauland

Die Neugestaltung des Ortes ist ein Teil des Prozesses, bei dem die Beteiligten auch viel voneinander lernen.
"Ein wichtiges Anliegen der Neugestaltung muss es sein, dass sich die Gemeinden darauf konzentrieren, ihre Innenentwicklung zu stärken. Ein Überangebot an Bauland führt zu einer mangelnden Auslastung der Infrastruktur, welche mit hohen Kosten für die Allgemeinheit verbunden ist", sagte Wenning.

Die Sanierung der Bausubstanz, von Wegen und Plätzen oder notwendige Infrastrukturmaßnahmen wie der Breitbandausbau tragen viel zur Verbesserung des Wohnumfeldes in den Ortschaften bei und wirken dem Rückgang der Bevölkerung gerade in demografisch benachteiligten Räumen, wie Oberfranken, entgegen. "Wir brauchen die grüne Infrastruktur heute mehr denn je", sagte Wenning.