• Nach Unwettern mit Starkregen: Lkw bleibt im Hochwasser stecken
  • Feuerwehreinsatz zwischen Willersdorf und Haid (Landkreis Forchheim)
  • Lastwagenfahrer aus Strömung gerettet und an Land gebracht
  • Noch während Einsatz: Kleintransporter fährt trotz Absperrung ebenfalls ins Hochwasser
  • Gefährliche Aktion sorgt bei Einsatzkräften für "Kopfschütteln"
  • Mit Schwimmwesten und Sicherungsgurten: Feuerwehr befreit Fahrer (26) und Beifahrer 

Im Landkreis Forchheim ist es infolge des jüngsten Unwetters zu weiteren Feuerwehreinsätzen gekommen. Nahe Willersdorf musste die Feuerwehr die Insassen eines Sattelzugs sowie eines Kleinlasters aus ihren Fahrzeugen befreien. Beide Fahrer hatten zuvor bewusst Sperren und Hinweisschilder missachtet. "Die Leute sind echt leichtsinnig", berichtet Maximilian Weisel von der Freiwilligen Feuerwehr Hallerndorf inFranken.de.

Kleintransporter fährt trotz Sperrung ins Hochwasser - "Kopfschütteln" bei Feuerwehr

Am Montagnachmittag (12. Juli 2021) fuhr ein 39-jähriger Lkw-Fahrer auf der Straße von Haid nach Willersdorf, wie die Polizeiinspektion Forchheim berichtet. Dort stand die Fahrbahn aufgrund des vorangegangenen Hochwassers allerdings unter Wasser. Obwohl die Durchfahrt durch aufgestellte Warnbarken und Schilder gesperrt war, fuhr der Mann weiter. 

Weil er die Fahrbahn nicht mehr sehen konnte, kam der Kraftfahrer schließlich mit seinem Lkw von der Straße ab. Der 39-Jährige wurde aufgrund der Strömung gesichert und anschließend an Land gebracht, berichtet die Feuerwehr Hallerndorf auf ihrer Facebook-Seite.

Doch damit nicht genug: Nach knapp einer Stunde fuhr ein zweites Fahrzeug, dieses Mal ein Kleintransporter, trotz Absperrung und Anwesenheit aller Einsatzkräfte in das Hochwasser. "Das hat zu sehr großem Kopfschütteln bei uns geführt", sagt Maximilian Weisel. Laut dem Gruppenführer der Hallerndorfer Feuerwehr war die Einsatzstelle von Weitem einsehbar. "Wir haben gut und sicher gestanden", betont er.

Fahrer (26) und Beifahrer mit Schwimmwesten und Sicherungsgurten gerettet

Weisel selbst beobachte, wie der Kleinlaster, aus Stiebarlimbach kommend, an der Einsatzstelle in die Wassermassen fuhr. Dort kam er prompt zum Stehen. "Der Motor lief sofort voll Wasser und wurde abgewürgt", schildert der Feuerwehrmann die Situation vor Ort. Der 26 Jahre alte Fahrer des Transporters und sein Beifahrer wurden mithilfe von Schwimmwesten und Sicherungsgurten durch die Feuerwehr Hallerndorf befreit. "Glücklicherweise gab es keine Verletzte." 

Doch wie kam es überhaupt zu der waghalsigen Aktion des Kleintransporters? "Der Fahrer wollte laut eigener Aussage eine Abkürzung nehmen", berichtet Gruppenführer Weisel. "Er war wohl trotz Hochwassers der Meinung: 'Wir können das schaffen.'" Ein folgenschwerer Irrtum, wie sich nur Sekunden später herausstellen sollte. 

Immerhin: "Der Fahrer hat anschließend Reue gezeigt", hält Weisel fest. Demnach haben sich beide Fahrzeuginsassen zudem bei den Einsatzkräften für ihre Rettungsaktion bedankt. 

Fahrradfahrer im kniehohen Wasser: "Die Leute sind echt leichtsinnig"

Sowohl der Lkw als auch der Kleintransporter mussten durch einen Schwertransport-Abschlepper geborgen werden. Am Kleintransporter entstand ein Motorschaden aufgrund des angesaugten Wassers. 

Die beiden Unfälle waren indes nicht die einzigen Aufsehen erregenden Vorfälle. "Auch ein Radfahrer hat versucht, durch kniehohes Wasser zu fahren", erzählt Weisel, noch immer etwas ungläubig. Sein Fazit zum jüngsten Unwettereinsatz: "Die Leute sind echt leichtsinnig."

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