Die nagelneue Treppe am Winterbauer-Keller ist aprilwettersicher: Sie blitzt in der Sonne und trotzt dem Regen. Dennoch ist die Metallkonstruktion, für die der neue Besitzer des Kellers erst nachträglich eine Baugenehmigung beantragt hatte, "nicht das, was man sich im Kellerwald vorstellt", bekräftigte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO).

Bauamtsleiter Gerhard Zedler betonte bei der Montag-Sitzung des Bauausschusses, dass es sich bei der Treppe eindeutig um einen Schwarzbau handle. Für die Metallvariante habe sich der Kellerwirt entschieden, weil das Gewerbeaufsichtamt eine Holztreppe wegen der Rutschgefahr bei nasser Witterung als "zu gefährlich" eingestuft hatte.

"Wenn wir dieser Angelegenheit zustimmen, brauchen wir überhaupt nichts mehr regeln" protestierte Heinz Endres (FBF). "Sonst machen wir Auflagen vom Feinsten." Deshalb könne es hier keine Ausnahme geben. "Ich bin sicher, ein Großteil der Bürger würde das nicht einsehen", argumentierte Endres, der fürchtete: "Sonst macht jeder was er will."

Auch Thomas Werner (CSU) fand: Die Treppe passt nicht in den Kellerwald. "Ich kann mich den Ausführungen des Kollegen nur anschließen." Er verweis auf den Grundsatz der Gleichheit, "damit wir nicht Kraut und Rüben bekommen."

Erwin Held (FW) hielt entgegen , dass es zu einer Stahltreppe aus Sicherheitsgründen wohl keine Alternative gebe. In zwei, drei Jahren, wenn das Bauwerk der Witterung ausgesetzt gewesen sei, werde die Optik erträglicher. Mit Hinweis auf die wirtschaftlichen Folgen bat Held darum, das Projekt nicht sterben zu lassen. Für Edith Fießer (Grüne/FGL) hieß das: "Es ist schon alles verhunzt. Was Schönes stell' ich mir anders vor."

Wie Sabine Dittrich (SPD) zeigte sich auch Oberbürgermeister Franz Stumf hin- und hergerissen. Er verweis darauf, dass die Treppe durch Holzgeländer gefälliger gestaltet werden könne und bat darum, eine Entscheidung zu vertagen bis geklärt ist, ob eine Innentreppe zur Erschließung der Terrasse ausreicht. Dem stimmte das Gremium zu.