Auf Grund der drückenden Schuldenlast und der nicht mehr tragbaren Kosten für die Jahn-Kulturhalle wird sich der Traditionsverein wohl bald von seinem Gelände nebst Jahnhalle trennen müssen.
"Eigentlich gehören der Jahn und die Jahnhalle ja zusammen, aber nicht um jeden Preis", führt Bierfelder in seinem Rechenschaftsbericht aus. Die Alleinbewirtschaftung der Halle mitsamt dem daraus resultierenden jährlichen Betriebskostendefizit ist für den Traditionsverein nicht zu schultern.
Von Seiten der Stadt Forchheim wird derzeit sanfter Druck auf die Vereinsspitze ausgeübt. "Ab dem Jahr 2012 beginnt eine neue Zeitrechnung für die SpVgg Jahn Forchheim", rechnet Vereinsvorsitzender den Mitgliedern vor. Von 2006 bis 2010 wurden von der Stadt jährlich durchschnittlich zirka 50 000 Euro Betriebskostendefizit für die Jahnhalle ausgeglichen. Das will die Stadt zwar auch weiterhin tun, jedoch muss eine Vereinbarung über einen solchen Defizitausgleich jährlich neu verhandelt werden.
Gleichwohl entfallen aber von der Stadt die jährlich gezahlten rund 16 300 Euro an Rücklagen für die Halle und 16 000 Euro Personalkostenzuschuss; 32 000 Euro Mindereinnahmen jährlich, die es gelte auszugleichen. "Die zu zahlenden Personalkostenzuschüsse sind politisch nicht mehr durchsetzbar", zitierte Bierfelder die Aussagen aus der Stadt Forchheim. "Diese Zahlen kann man nicht weg diskutieren, wie soll der Jahn das nur schultern?", fragte Bierfelder kritisch.
Eine Fusion mit dem VFB Forchheim wie vom Abteilungsleiter des Spielmannszuges, Ralf Weiskopf, offen in der Versammlung angesprochen, sieht Bierfelder zur momentanen Zeit als "Todesurteil" des Jahn. "Der VFB muss sich noch mit Sozialversicherungsnachforderungen im sechsstelligen Bereich rumschlagen", so Bierfelder. "Eine Fusion wäre in diesem Fall grob fahrlässig", meint der Jurist. "Momentan betreiben wir Mängelverwaltung". "Um das zu verändern müsste die Stadt Forchheim größer mit einsteigen. Es gibt keine Halle die positive Zahlen schreibt".
Von Seiten der Stadt habe man offensichtlich überhaupt kein Interesse, die Halle zu halten. "Da fehlt jeglicher politischer Wille", wertete Bierfelder die Haltung der Kommune. Im Gegenteil, da werde noch bewusst gegen den Jahn gearbeitet, indem der Betrieb des Kolpinghauses gefördert werde.