Bereits früh morgens herrscht reges Treiben und eine tolle Atmosphäre um die Kirchenburg, wenn Kutschengespanne und Reiter aus den umliegenden Ortschaften eintreffen und auf das Ende des Festgottesdienstes warten, um den Segen für ihre Pferde zu bekommen.

Immer mehr Zuschauer drängen sich am Straßenrand, um den Umzug und die prächtigen Trachten aus nächster Nähe zu betrachten. Doch bevor Pfarrer Albert Löhr dann selbst das Pferd, das der Poxdorfer Reiterpoint zur Verfügung stellt, besteigt, segnet er die Pferde und Reiter. 112 Pferde und Kutschengespanne waren gekommen und umrundeten anschließend zu Ehren des Kirchenpatrons die historische Kirchenburg und die tausendjährige Linde.

Richard Schmidt führte den Ritt als Bürgermeister letztmals an, gefolgt von Pfarrer Albert Löhr im roten Rauchmantel und den Effeltricher Trachten.
In seiner Schlussansprache deutete Löhr an, das der heilige Georg nach der Legende die Menschen der Stadt Cyrene in Libyen vom Drachen befreit hat. Der Drache ist das Bild für die Mächte, die Leben vernichten wollen.

Ritterliche Taten gefordert

Die Verehrung des ritterlichen Heiligen verlangt allerdings von uns ähnliche Taten. Beschämt müssen wir feststellen, dass Deutschland weltweit der drittgrößte Waffenexporteur ist. Warum erreicht Deutschland in der Entwicklungshilfe nicht die versprochene Quote von 0,7 Prozent des nationalen Bruttoeinkommens? Warum sind wir kalt und abweisend gegenüber Asylbewerbern, obwohl Westdeutschland selber nach dem zweiten Weltkrieg zwölf Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aufnehmen musste und dies geschafft hat? Aus der gelungenen Integration von damals wuchs das damalige Wirtschaftswunder.

Das Lebensmodell des heiligen Georg, so Löhr, ist nach wie vor aktuell und nicht bloß eine Legende.
Mit dem Frankenlied, gespielt vom Musikverein Effeltrich, klang der Georgiritt aus.