"Wie wollen unter anderem näher an unsere Leistungsträger herankommen und die Tourist-Infos vor Ort unterstützen", sagt Matthias Helldörfer, der seit Oktober die Tourismuszentrale in Ebermannstadt leitet. Der gebürtige Gößweinsteiner ist Nachfolger von Sandra Schneider. "Meine Oma hatte eine Gastwirtschaft. Da kam ich mit dem Thema Tourismus in Berührung. Besonders zu Ostern und Pfingsten war es faszinierend, wenn Pilger und Touristen einzogen", erinnert sich Helldörfer.

Zuerst erlernte er den Beruf des Bankkaufmanns und arbeitete in einer Bank in Forchheim. Doch der Tourismus ließ ihn nicht los und er studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismus-Management. Als Diplomarbeit konnte er ein Tourismuskonzept für Gößweinstein erstellen. Dort leitete er dann auch das Tourismusbüro. Durch Zufall kam er an die Stelle eines Tourismusmanagers in Garmisch-Partenkirchen und war zuständig für die Zugspitz-Region. Als seine Frau nach dem Mutterschutz eine Stelle in Bamberg antreten konnte, bewarb sich auch Matthias Helldörfer in Franken und wurde Stellvertreter der Leiterin der Tourismuszentrale in Ebermannstadt. Hier kümmerte er sich schwerpunktmäßig um den Internetauftritt.

Beraten und Fränkische Schweiz vermarkten

In einer für den Tourismus schwierigen Zeit wurde er der Leiter der Tourismuszentrale. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Tourismuszentrale und den Tourist-Infos? "Die Infos beraten die Gäste vor Ort und sind die direkten Ansprechpartner der Leistungspartner", erklärt Helldörfer. Sie versorgen damit die Fläche und sind ein wichtiger Verteiler von Broschüren. Sie kümmern sich um Angebote vor Ort und initiieren Veranstaltungen wie zum Beispiel Wanderungen. "Wir in der Tourismuszentrale vermarkten die Region und präsentieren sie in diversen Prospekten, im Internet und im Print und vertreten sie auf Messen", fasst Helldörfer zusammen.

Online-Buchungssystem soll erweitert werden

Zudem sind die Mitarbeiter der Tourismuszentrale Ansprechpartner für Leistungsträger bei Themen wie beispielsweise dem Online-Buchungssystem. Zu diesen soll der Kontakt aber enger werden. "Damit wir zum Beispiel, wenn wir auf Messen gehen, den einen oder anderen direkt ansprechen können, ob er uns begleitet." Helldörfer erzählt weiter, dass das Online-Buchungssystem mittlerweile sehr gut angenommen wird und gerade kleinere Vermieter dieses nutzen. Deshalb ist geplant dieses zu erweitern, sodass auch Freizeitangebote zukünftig darüber gebucht werden könnten. "Wir wollen es dem Gast leicht machen", erklärt Matthias Helldörfer.

Der Aufbau einer gemeinsamen Internetseite mit allen Gemeinden war allerdings nicht gelungen. Aus diesem Projekt entstand jedoch eine zentrale Datenbank mit vielen Informationen, die von den verschiedenen Gemeinden genutzt wird. "Da werden zum Beispiel Ausflugsorte wie die Binghöhle beschrieben", erläutert Helldörfer. Diese Beschreibung und die Bilder können auf den gemeindlichen Seiten angezeigt werden. Dadurch ist die Beschreibung für den Gast immer gleich und es entfällt bei Änderungen eine doppelte Pflege. Gerade bei Öffnungszeiten ist das von Vorteil, denn die müssen nur in der Datenbank geändert werden und werden dann sofort automatisch auch auf den angeschlossenen Seiten richtig angezeigt.

Im letzten Jahr kamen nach dem Lockdown viele Gäste in die Fränkische Schweiz, so dass die Tourismuszentrale beschloss, keine zusätzliche Werbung zu schalten. "Das werden wir auch in diesem Jahr so machen, denn nach dem Lockdown werden die Menschen eher in Deutschland bleiben", so Helldörfer. Stattdessen erfassen er und seine Mitarbeiter gerade Angebote, die weniger bekannt sind, um für diese zu werben.

Einheimischen weniger belasten

"Allerdings wollen wir die Einheimischen nicht so sehr belasten. Denn wenn viele unterwegs sind, werden manche Orte zugeparkt oder die Anwohner belästigt. Die Fränkische Schweiz ist schließlich hauptsächlich Heimat", sagt Helldörfer. Die etwa zehn Millionen Tagesausflügler, die billig essen wollen, seien eher das Problem, denn sie lassen sich schwer steuern. Für ihn sind die rund eine Million Übernachtungsgäste interessanter. Und hier soll sich mittelfristig die Zielgruppe ändern. Es soll keinen Gästezuwachs geben, sondern er möchte Besucher, die mehr Geld für Übernachtung und Gastronomie ausgeben.