Das wahrscheinlich für Oberleinleiter größte Bauprojekt steht unmittelbar bevor.

Bürgermeister Helmut Krämer (Einigkeit) informierte in der vollbesetzten Brauereigaststätte Ott über den Ablauf, die erforderlichen Maßnahmen und über die Entwicklung des Marktes.

Der Bürgermeister ging in seinem Bericht auf die Einwohnerentwicklung in der Marktgemeinde Heiligenstadt und speziell in Oberleinleiter ein und teilte mit, dass die Nachfragen nach Bauland in den letzten Monaten gestiegen seien. Erfreulich sei, dass es vor allen Dingen junge Menschen sind, die in ihrer Heimat bleiben wollen, so Krämer.

Der Markt hat deshalb in Teuchatz und Siegritz Flächen erworben und will bei entsprechender Nachfrage auch auf dem alten Sportplatz in Heiligenstadt die Erschließung angehen. Da die Haushaltsberatung noch ansteht, fasste er die finanzielle Situation kurz zusammen. Zurzeit beträgt die Verschuldung trotz erheblicher Investitionen 2,9 Millionen Euro, was eine pro Kopfverschuldung von 834 Euro ergibt. Der Landesdurchschnitt liegt bei 670 Euro.

Die finanzielle Situation werde sich aber in den nächsten Jahren erheblich verändern, weil die bereits beschlossenen großen Investitionen - besonders in der Abwasserbeseitigung mit dem Neubau der Kläranlage sowie der Breitbandversorgung - anstehen und finanziert werden müssen. Hier erhofft sich der Markt weitere Stabilisierungshilfen durch den Freistaat Bayern. Es handele sich ausschließlich um Pflichtaufgaben.


Krämer: "Riesenaufgaben"

"Wir werden mögliche Förderprogramme nutzen, um so die Riesenaufgaben der nächsten Jahre zu bewältigen", kündigte Krämer an. Wichtige Maßnahmen seien Abwasserbeseitigung mit Erneuerung der Wasserversorgung in Oberleinleiter und Tiefenpölz. Der Neubau der Kläranlage wird voraussichtlich im November fertig. Investitionen im Abwasser- und Wasserbereich bis 2035 müssten auf die Bürger umgelegt werden. Der Geschäftsleiter Rüdiger Schmidt erläuterte die bereits beschlossenen Verbesserungsmaßnahmen. Die Umlage solle auf mehrere Raten aufgeteilt werden. Weitere Investitionen wie der Umbau des Rathauses, Neubau des Feuerwehrgerätehauses stehen ebenfalls an.


Der Breitbandausbau

Eine der größten Aufgaben wird die Erschließung mit Breitband sein. Hier wird der Markt das Bundesprogramm mit einen voraussichtlichen Zuschuss von 4,88 Millionen Euro nutzen. In diesem Jahr soll die Ausschreibung laufen. Der Bau des Glasfasernetzes, sprich die Tiefbauarbeiten, sollen 2018 und 2019 erfolgen.

Den größten Punkt der Bürgerversammlung stellten die anstehenden Tiefbauarbeiten im Abwasser- und Wasserbereich dar. In Oberleinleiter wird die Abwasserbeseitigung in Form eines Trennsystems erfolgen. Baubeginn soll September sein.
Der Ingenieur Peter Bittel vom Büro Wolf aus Bamberg erläuterte die Planung und ging auf die Planänderung im Retschgraben ein. Dort wird noch eine wasserrechtliche Genehmigung benötigt. Um das anfallenden Regenwasser aus dem 110 Hektar großen Einzugsgebiet westlich von Oberleinleiter zu ordnen, muss der Retschbach im Straßenbereich verrohrt werden und fließt dann über einen neuen Graben südlich von Oberleinleiter in die Leinleiter. Dieser Punkt sorgte für größere Diskussionen, weil dafür der ehemalige Mühlbach aufgelassen wird.


Ohne Bauleitplanung

Die Anwohner am Kreuzleitenweg, östlich von Oberleinleiter, wollten wissen, wie die bauliche Entwicklung in diesem Bereich weiter vorangeht und ob ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Ein Großteil dieser Grundstücke wurde bisher ohne Bauleitplanung bebaut. Ob es einen Neubau der Straße einschließlich Erschließungsbeiträge nach dem Baugesetzbuch geben wird, muss noch geprüft werden. Es muss auch noch geklärt werden, ob ein Bebauungsplan in diesem Bereich aufgestellt wird.

Das Gleiche gilt für die Erneuerung des Gehweges entlang der Staatsstraße 2188. Geschäftsleiter Schmidt informierte über die rechtliche Situation beim Aus- bzw. Neubau einer Straße und in welcher Höhe Umlagen - Straßenausbaubeiträge - fällig werden. Die Ortsdurchfahrt, ergänzte Bürgermeister Krämer, werde ganz erneuert.