Schwarzes Leder umspannt das schlanke Lenkrad. Es fühlt sich gut an: weich und glatt. Über dem Handschuhfach steht mit goldenen Lettern auf dem Schwarzen Grund ein Name, der so manche Herzen höher schlagen lässt: Lamborghini. Der Schlüssel dreht sich in der Zündung. Der Motor heult auf, der Auspuff röhrt, das Auto vibriert sanft. Die 1430 kg leichte Karosserie setzt sich in Reifenberg in Bewegung.

Der Schub der Beschleunigung von 0 auf 100 in 3.6 Sekunden drückt mich in die sportlichen Ledersitze. Es fühlt sich an, als würde man fliegen. Ich bin sprachlos. Die Kraft des italienischen Sportwagens raubt mir den Atem. "Das war gerade die geballte Leistung von etwa 550 PS", erklärt der Reifenberger Mario Schüpferling mit einem schmunzelnden Lächeln auf meine Reaktion. "Die zehn Zylinder in V-förmiger Anordnung leisten ganze Arbeit.
Die Leistung wird optimal mit dem Allrad-System umgesetzt, dadurch beschleunigt das Auto gleichmäßig schnell", erklärt der Fachmann weiter.

Einen Traum erfüllt

Mit dem Kauf des Lambor ghini hat sich der 40-jährige Kfz-Meister mit Auszeichnung und 25-jährigem Berufsjubiläum, einen Traum erfüllt. Vor drei Jahren testete Mario Schüpferling ebenfalls einen dieser Flitzer im Schwarzwald und hat sich sogleich in das Auto, pardon, in die Faszination Lamborghini verliebt. Ein Ferrari wurde auch Probegefahren, aber der "Lambo" überzeugte ihn dann doch mehr. "Für mich stand danach fest, dass ich dieses Erlebnis unbedingt in meine Heimat bringen muss", berichtet Mario, "die Fränkische Schweiz bietet eine einzigartige und abwechslungsreiche Umgebung. Die Straßen sind zum größten Teil gut ausgebaut und somit geeignet, von dem Lamborghini befahren zu werden."

Ein Luxuspielzeug

Über Geld redet man ja bekanntermaßen nicht gerne. Gerade nicht bei solchen Luxusspielzeugen. Mit einem stattlichen Gebrauchtwert von ungefähr 100.000 Euro ist so ein Rennwagen nicht gerade ein Schnäppchen.
Auch der Benzinverbrauch liegt deutlich über dem eines Kleinwagens mit ähnlichem Gewicht. Aber wen dennoch das Abenteuer reizt, einmal mit bis zu 320 Kilometern pro Stunde über die Autobahn zu heizen, kann sich den Wagen samt Coach mieten. Eine Fahrt kostet 299 Euro.

Der Meister sieht dem möglichen hohen Tempo gelassen entgegen: "Bedenken, dass etwas bei den Fahrten schiefgehen kann, habe ich nicht. Bis jetzt hatte ich immer Kunden mit einem Heiden-Respekt vor der Kraft des Wagens. Somit waren sie recht vorsichtig unterwegs. Mal abgesehen davon: Im Falle eines Blitzer-Fotos leite ich dieses direkt weiter. Ich setze bei solchen Fahrten nicht meinen Führerschein aufs Spiel", erklärt Mario Schüpferling.

Die Fahrten resümierend verzeichnet er viel Begeisterung. "Jeder Kunde war bis jetzt zufrieden. Manch einer stieg vielleicht etwas blasser aus dem Auto raus, aber dennoch zufrieden", erzählt Schüpferling.

Wem das alles zu viel des Guten ist und sich das Selber-Fahren nicht zu traut oder schlicht noch keinen Führerschein hat, muss sich nicht nur mit dem Anblick des Luxus-Wagens zufrieden geben. Man kann auch eine Fahrt als Beifahrer buchen (Kosten: 75 Euro). Einfach mal reinsetzen und in dem schicken Gefährt mitfahren. "Das ist auch eine Erfahrung wert, man kann sich einfach auf das wahnsinnige Gefühl der Beschleunigung einlassen und den Lamborghini hautnah erleben."

Die Anschaffung des Wagens ist für Mario Schüpferling auch eine Investition in die Zukunft und ein kleiner Schritt in die Tourismus-Branche.

Ein Ferrari als Ziel

Über das Event-Portal "MyDays" ist die Erlebnis-Fahrt ebenfalls zu finden. "Wer weiß, wenn es gut mit der Vermietung klappt, wird das vielleicht noch was mit dem Ferrari", meint Mario Schüpferling leicht verträumt, "Rot und Schwarz sind schon immer eine gute Kombo gewesen."