Der Stier verhielt sich laut Bericht der Polizei Ebermannstadt sehr aggressiv und stieß mehrfach mit den Hörnern gegen Bäume, woraufhin die Bundesstraße kurzfristig gesperrt werden musste.

Nach kurzer Zeit konnte das Tier eingefangen und in die Koppel zurückgebracht werden. Alle Beteiligte blieben unverletzt.

Grundsätzlich sind Rinder friedliche Tiere, weiß Werner Nützel, Geschäftsführer des Bauernverbands Forchheim. Vor allem die Hochlandrinder sind die gemütlichsten von allen, "da sie ständig außen sind und die vielen Geräusche kennen", erklärt Gerhard Drutschmann aus Kemmathen. Er ist in der Kreisvorstandschaft des Bauernverbands, Ortsobmann und selbst Landwirt in der Viehhaltung. Ein Stier werde nur wild, wenn jemand in sein Territorium dringt, also zu nahe an die Weide geht, und das Rind seine Kühe verteidigen möchte, oder wenn der Stier Angst bekommt.

An dem Montag hatte es heftige Regenschauer, Blitz und Donner gegeben. "Wenn ein Rind erschreckt und Angst bekommt, fängt es an zu rennen", erklärt Drutschmann. Auch seine Kühe fangen zu brüllen an, wenn statt der bekannten Katze ein Wiesel oder Marder durch den Stall huscht.

Der wilde Stier an der B 2 ist offensichtlich durch einen Vorfall aus der Ruhe gebracht worden und hatte sich daraufhin offensichtlich versucht abzureagieren, indem er seine Hörner in den Baum gestoßen hat. "Wenn es weh tut, hört er damit auf", meint Drutschmann.

Ein Problem werde es nur, wenn ein erschrockener Stier den Weidezaun durchdringen kann. Der beste Rat, den Drutschmann dann hat, wird kaum umgesetzt werden: "Sich groß machen!" und mit Gebrüll auf den Stier zugehen, damit er wieder erschreckt und in die andere Richtung davonläuft. Die andere Möglichkeit ist, sich zu verstecken.

Was man auf keinen Fall tun sollte: davonrennen. "Der Stier ist schneller", sagt Drutschmann. Kein Landwirt, der täglich mit seinen Tieren arbeitet, würde einen aggressiven Stier in der Herde halten, sondern ein Tier mit solchen Eigenschaften so schnell wie möglich ersetzen, damit diese Verhaltensweisen nicht weitervererbt werden.
Am Tag nach der Aufregung weiden die Hochlandrinder friedlich auf ihrer Wiese und kauen das nasse Gras.