Die Pfarrgemeinde St. Georg in Effeltrich ehrt am Ostermontag ihren Kirchenpatron St. Georg durch eine Reiterprozession. Dazu hatten sich Hunderte von Zuschauern in den Straßen rund um die historische Kirchenburg eingefunden, um die 125 festlich geschmückten Kutschgespanne und Pferde beim Ritt durch den Ortskern zu bestaunen.
Den Gottesdienst zu Ehren des Heiligen umrahmte der Kirchenchor unter der Leitung von Benno Kern. Bürgermeister Richard Schmidt führte den Ritt an. Ihm folgte auf einem schwarzen Rappen mit rotem Rauchmantel Geistlicher Rat Pfarrer Albert Löhr, die Effeltricher Trachten auf einem Leiterwagen und die Reiter aus dem Forchheimer Umland.
In seiner Ansprache deutete Pfarrer Löhr die Legende vom Drachenkampf als die Erfahrungen von Menschen, die sich in jeder Zeit anders wiederholen können. Der Drache sei in der Gegenwart die Raffgier nach Spitzengehältern, die in keinem Verhältnis stehen zur erbrachten Leistung. Wenn ein Manager in einem Jahr mehr verdiene als eine Familie in ihrem ganzen Leben, dann könne das nicht gerecht sein.

Ratingagenturen als Drachen


Der Drache sei heute auch der Neoliberalismus, der ausschließlich Gewinn orientiert sei und keine Rücksicht auf Menschen nehme. Ebenso die Märkte und die darauf Agierenden, deren Machenschaften undurchschaubar seien gesteuert durch Ratingagenturen, Transaktionen und Scheingeschäften, die der Bereicherung anonymer Kreise dienten, letztendlich zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung, deren Arbeitsertrag in fremde Hände fließe.
Im Kampf gegen diese Drachen müssten die Prinzipien der katholischen Soziallehre wieder
einfließen, die den Menschen und seine Arbeit in den Mittelpunkt stellt und nicht die Gewinne, forderte Löhr. St. Georg sei wegen seiner Mitmenschlichkeit dafür der Maßstab.
Mit der Segnung der Pferde und dem Frankenlied gespielt vom Musikverein Effeltrich klang der Georgiritt 2012 aus.